Gewogen und für zu leicht befunden

Kritik am Schulpaket: Grundschullehrer gehen leer aus. dpa
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Kritik am Schulpaket: Grundschullehrer gehen leer aus. dpa

svz.de von
24. Januar 2013, 12:13 Uhr

Schwerin | Zustimmung von Gewerkschaft und Beamtenbund, Widerspruch von der Opposition - gestern wurde das Bildungspaket von SPD und CDU gewogen und überwiegend für zu leicht befunden. Zu Beginn der Diskussion um den Doppelhaushalt 2014/2015 hatten sich die Spitzen von SPD und CDU darauf geeinigt, künftig pro Jahr 50 Millionen Euro mehr in die Bildung zu investieren (unsere Zeitung berichtete). Unter anderem sollen damit Vorschläge der Arbeitsgruppe für einen attraktiveren Lehrerberuf umgesetzt werden.

"Die Aufstockung der Mittel reicht bei Weitem nicht aus", erklärte Simone Oldenburg, bildungspolitische Sprecherin der linken Landtagsfraktion. SPD-Bildungsminister Mathias Brodkorb selbst habe den Finanzbedarf auf rund 200 Millionen Euro beziffert und "lässt sich nun mit einem Viertel des Geldes abspeisen". Der größte Vorwurf der Linken: Für die Lehrerschaft an Grundschulen gebe es keinerlei Verbesserungen, dabei trage gerade sie die Hauptlast beim "verpatzten Start" der "Schule für alle" (Inklusion).

Die Fraktion der Bündnisgrünen mahnt bessere Vorschläge zur Vermeidung von Unterrichtsausfall an. "Jede zehnte planmäßige Stunde fällt momentan zur Vertretung an oder gänzlich aus", sagte Bildungspolitikerin Ulrike Berger. "Hier erwarten wir dringend weitergehende Vorschläge."

Die Liberalen monieren die Verbeamtung von Lehrern. "Dadurch werden ungedeckte Schecks für die zukünftigen Pensionsverpflichtungen der zusätzlichen Beamten unterzeichnet, gleichzeitig aber die Sozialversicherungen geschwächt, weil Beamte dort nicht einzahlen", heißt es in einer Erklärung vom Landesvorstand der Liberalen.

Lob für die Verbeamtungspläne bekamen SPD und CDU hingegen vom Deutschen Beamtenbund (dbb) in Mecklenburg-Vorpommern. "Wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen in dieser Form umgesetzt werden, ist es sicher ein ganzes Stück attraktiver, Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern zu sein", sagte dbb-Landesvorsitzender Dietmar Knecht.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Idee, Lehrer an Regional- und Gesamtschulen beim Gehalt genau so einzugruppieren wie die Kollegen an Gymnasien. "Alle Wünsche können nicht erfüllt werden, aber es ist Gutes dabei, vor allem in Richtung Personalentwicklung", schätzt Landesvorsitzende Annett Lindner ein. Der Chef des Verbandes Bildung und Erziehung, Michael Blanck, erklärt: "Mit diesem Paket werden zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren Lehrerinnen und Lehrer wirklich entlastet. Dies wird sich positiv für Schülerinnen und Schüler auswirken."

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