zur Navigation springen

Gastronomie : Gewerkschaft warnt vor längeren Arbeitszeiten

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt vor längeren Arbeitszeiten im Gastgewerbe. Insbesondere lehnt sie die vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) geforderte wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ab. Schon heute arbeiteten Zehntausende im Land auch an Sonntagen und nachts, sagte gestern NGG-Geschäftsführer Jörg Dahms. Der Dehoga hält das bestehende Arbeitszeitgesetz für unflexibel und beruft sich auf ein Gutachten, nach dem die wöchentliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer 48 Stunden im Durchschnitt von vier Kalendermonaten betragen darf. Das solle keine Verlängerung der Arbeitszeit sein. Aber in Zeiten, wo mehr Arbeit da sei, müsse mehr gearbeitet werden, in anderen dafür weniger. Laut Gewerkschaft sind in Vorpommern bereits 32 000 Beschäftigte der Gastronomiebranche von Sonntagsarbeit betroffen, in der Region Mittleres Mecklenburg/Rostock 21 000 und in Westmecklenburg ebenfalls 32 000. Noch viel mehr Beschäftigte müssten regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr arbeiten. Arbeitszeitgesetz und Tarifverträge verlangten von den Arbeitnehmern bereits eine hohe Flexibilität, sagte Dahms. Die Betriebe hätten die Freiheit, ihre Beschäftigten weitgehend so einzusetzen, wie sie es brauchen.

Im Gastgewerbe gehören lange Arbeitszeiten an jedem Tag der Woche zum Beruf. So gaben bei einer Befragung rund 9000 Beschäftigte in Hotels, Gaststätten und Pensionen im Land an, regelmäßig nach 18 Uhr zu arbeiten. 14 000 arbeiten demnach häufig an Sonnabenden, 13 000 an Sonntagen. Die Arbeitsbedingungen führten zu Problemen mit dem Berufsnachwuchs, sagte der Gewerkschafter. In Mecklenburg-Vorpommern bilde nur noch jeder zehnte Gastro-Betrieb Lehrlinge aus. Nötig seien deutlich bessere Einkommen und Arbeitszeiten.

Der Jahresumsatz der Branche ist nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes zum siebten Mal in Folge auf zuletzt bundesweit 81 Milliarden Euro gestiegen, erklärte Dahms.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen