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Arbeit auf Zeit : Gewerkschaft: Viele Jobs nur befristet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beschäftigte im Bereich Bildung und Erziehung haben oft nur eine Arbeit auf Zeit

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Sie haben einen Job, aber nur auf Zeit: In Mecklenburg-Vorpommern hat jeder 11. Beschäftigte nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Zahl der Arbeitnehmer mit befristeten Jobs ist seit 2007 zwar von 61000 auf 59000 gesunken – doch aus Gewerkschaftssicht werden immer noch zu viele Arbeitsverträge mit einer Befristung geschlossen. „Befristungen werden als verlängerte Probezeit missbraucht“, kritisiert Ingo Schlüter, Vize-Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Nord (DGB).

Insbesondere für junge Menschen sind befristete Jobs aus Sicht des Gewerkschafters „eine Zumutung“. „Sie erschweren die Familienplanung und die private Altersvorsorge“, erklärt Schlüter. Auch bei der Suche nach einer Mietwohnung könnten befristete Arbeitsverhältnisse hinderlich sein.

Besonders heftig werden von Gewerkschaften und Linkspartei die Befristungen ohne sachlichen Grund kritisiert. Die Linksfraktion in MV richtete unmittelbar vor dem 1. Mai einen deutlichen Appell an die Arbeitgeber: „Es ist höchste Zeit, sachgrundlose Befristungen zu beenden“, forderte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Angemessen sind Befristungen laut DGB-Funktionär Schlüter lediglich im Fall von Krankheitsvertretungen oder wenn Arbeitgeber vorübergehend Ersatz für Mitarbeiter in Elternzeit suchten.

Der Anteil der Beschäftigten mit einem befristeten Job liegt derzeit in MV bei rund neun Prozent. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Vor zehn Jahren waren noch 10 Prozent der Arbeitsverträge befristet. Die meisten Befristungen werden in MV im Gastgewerbe mit rund 12 Prozent sowie im Bereich Erziehung und Bildung verzeichnet, wo fast jeder sechste Beschäftigte befristet angestellt ist.

Arbeitgeber verweisen dagegen auf die Notwendigkeit befristeter Arbeitsverträge. Sie seien angesichts zunehmender Flexibilitätsanforderungen in den Unternehmen ein wichtiges Instrument, erklärt Jens Matschenz, Geschäftsführer bei der Vereinigung der Unternehmensverbände in MV. Laut Matschenz liegen die Vorteile „vor allem in der Deckung von Personalbedarf in mittelfristigen Zeiträumen. Zum Beispiel bei konkreten Projekten oder zeitlich begrenzten Großaufträgen.“

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