GEW will gleiches Geld für alle Lehrer

<fettakgl>Enttäuschung herrscht an den Grundschulen im Land:</fettakgl> Die Kollegen dort sollen bei der vom Land geplanten finanziellen Gleichstellung von Lehrern leer  ausgehen. <foto>red</foto>
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Enttäuschung herrscht an den Grundschulen im Land: Die Kollegen dort sollen bei der vom Land geplanten finanziellen Gleichstellung von Lehrern leer ausgehen. red

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28. Januar 2013, 07:42 Uhr

Schwerin | Das 50-Millionen-Euro-Paket der Landesregierung für bessere Schulen hat nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Unzufriedenheit in die Lehrerzimmer gebracht. Vor allem an den Grundschulen fühlen sich die Kolleginnen und Kollegen vernachlässigt, wie GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner gestern erklärte. Die Gewerkschaft will die anstehenden Tarifgespräche mit dafür nutzen, der Ungleichbehandlung ein Ende zu setzen.

Zunächst wird ab übermorgen auf Bundesebene verhandelt: Die Vertreter der Arbeitnehmer streben eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent an und fordern bundesweit einheitliche Regeln zur Eingruppierung der rund 200 000 angestellten Lehrer. Dahinter steckt die Forderung, künftig alle Kollegen unabhängig von der Schulart gleich zu vergüten. "Der Wert pädagogischer Arbeit lässt sich nicht am Alter des Schülers messen", sagte Annett Lindner. Vor einer Woche hatte Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) angekündigt, Lehrer an Regional- und Gesamtschulen ebenso zu vergüten wie an den Gymnasien - zur Enttäuschung der Grundschulpädagogen, die als einzige in der bisherigen Entgeltgruppe bleiben. Schon beim Berufseinstieg beträgt die Differenz zwischen 450 und 500 Euro im Monat - und das, obwohl auch der Grundschulpädagoge ein Hochschulexamen hat und die Abschlüsse aus DDR-Zeiten den bundesdeutschen gleichgestellt wurden.

Die Tarifgespräche im Land, die der Bundesrunde ab Mitte März folgen, widmet die GEW dem Thema "Demografischer Wandel". Ohne einen gesetzlichen Rahmen wie etwa den Tarifvertrag seien die 50 Millionen Euro der Landesregierung nicht mehr als eine Absichtserklärung, erklärte die Gewerkschaftschefin. Sie erinnerte an das Jahr 2004, als der damalige rot-rote Koalitionsausschuss die Unterrichtsverpflichtung der Lehrer um zwei Stunden pro Woche erhöht habe mit der Zusage, diese Regelung wieder zurückzunehmen, sobald es der Landesetat erlaube. "Hinterher war das alles nicht mehr wahr", kritisierte Annett Lindner. Die hohe Arbeitsbelastung bleibt ein wichtiger Verhandlungspunkt für die Tarifrunde - auch wenn Mathias Brodkorb bereits weniger Pflichtstunden für Klassenleiter, Oberstufenlehrer und ältere Kollegen zugesagt hatte.

Angesichts leicht steigender Schülerzahlen und eines wachsenden Personalbedarfs begrüßt die GEW die Idee der Landesregierung, junge Lehrer mit der Verbeamtung ins Land zu locken. Für alle andere müsse es dann aber einen finanziellen Ausgleich geben, so Annett Lindner. Noch steht die Altersgrenze der Verbeamtung nicht fest, im Bildungsministerium sind dem Vernehmen nach 35 bis 40 Jahre im Gespräch. Landesweit sind 4,5 Prozent der Lehrerschaft unter 35, gut 8 Prozent unter 40 Jahre alt.

Darüber hinaus fordert die GEW, die Referendar-Gehälter deutlich anzuheben, und für angestellte Lehrer nach einer bestimmten Anzahl von Berufsjahren eine Unkündbarkeitskausel zuzulassen. Zudem mahnt die Gewerkschaft Gesundheitskonzepte für Lehrer an. Von den fast 12 300 Pädagogen im Land sind rund 5000 bei der GEW organisiert. Landeschefin Lindner geht davon aus, dass bei den 50 Millionen Euro für Schulen noch Verhandlungsspielraum besteht. "Ich denke, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", sagte sie.

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