Glücksatlas 2018 : Gesundheit + Familie + Geld = Glück

Gute Konjunktur stärkt Lebenszufriedenheit.

svz.de von
11. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Über Jahrhunderte haben Dichter und Denker das erhabene Gefühl des Glücks beschrieben. Heutzutage sind es Ökonomen und Marktforscher, die der Lebenszufriedenheit nachgehen – für einen „Glücksatlas“.

Demnach geht's den Deutschen im Norden am besten. Unendliche Weite, steife Brise und eine Handbreit Wasser unterm Kiel: Die seit Jahren zufriedensten Menschen, die Schleswig-Holsteiner, haben ihre Spitzenposition im aktuellen „Glücksatlas“ sogar minimal ausgebaut. Während sich die Zufriedenheit bundesweit „auf hohem Niveau“ kaum verändert zeigt, preschen die Menschen im hohen Norden mit 7,44 Punkten davon.

Doch der Abstand zu den Verfolgern verringert sich, wie auch der Unterschied zwischen ost- und westdeutschen Regionen deutlich kleiner wird. Das geht aus den Analysen von Wissenschaftlern und Marktforschern um den Sozialökonomen Bernd Raffelhüschen hervor, die die achte Atlas-Ausgabe im Auftrag der Deutschen Post erstellten. Von den „reichsten und zufriedensten Deutschen, die jemals in diesem Land gelebt haben“ sprach Raffelhüschen gestern in Hamburg.

Geld macht glücklich

Die anhaltend starke Konjunktur und Beschäftigungslage in Deutschland wurden als maßgebliche Faktoren ausgemacht. „Geld macht glücklich“, sagte Raffelhüschen. Wichtiger noch ist die Gesundheit (2018: 6,6). Aber vor allem sind die Menschen mit ihren Wohn- und Familiensituationen bei Werten von 7,9 und 7,8 Punkten weitestgehend im Reinen.

Mit ihrem Glücksgefühl sind die Deutschen nicht allein. Auch in Europa habe die Lebenszufriedenheit zugenommen, laut Eurobarometer auf 6,8 (6,7) Punkte. Vom Tal der Tränen – 2013 lag der Wert bei 6,2 Punkten – habe sich der Kontinent abgesetzt.

In Deutschland verringerte sich der Abstand zwischen West- und Ostdeutschland erneut (0,20 nach 0,22 Punkten). Auch der Unterschied zwischen der Region mit den zufriedensten und den weniger glücklichen Menschen blieb laut Auswertung mit „nur 0,6 Punkten“ Differenz auf dem niedrigen Vorjahresniveau.

Nicht die objektiven Lebensumstände seien für das Wohlbefinden im Norden ausschlaggebend, resümierte Raffelhüschen. „Die Mentalität ist treibend.“ Denn neben Geld, Gesundheit und Gemeinschaft sehen die Studienverfasser auch die genetische Disposition als einen Glücksfaktor – also Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit und emotionale Stabilität. „Im Plattdeutschen gibt es eine Menge Worte für Gemütlichkeit“, merkte der im schleswig-holsteinischen Niebüll geborene Raffelhüschen (61) an.

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