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Schlossfestspiele: „West Side Story“ : Gesucht: jung, beweglich und mutig

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für die „West Side Story“ tanzten Musicalfans unter dem kritischen Blick von Star-Choreograf Simon Eichenberger beim Casting im Schweriner Staatstheater vor

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erstellt am 28.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Immer wieder dröhnt der Song „The rumble“ aus dem Musical „West Side Story“ aus den Lautsprecherboxen im Ballettsaal des Schweriner Staatstheaters. Die Luft vibriert von der Musik. „Huh! Huh! Hah!“, schreien die Tänzer, werfen ihre Hände in die Luft, klopfen sich auf die Brust und springen in die Höhe. „Links, rechts, seitwärts, hoch.“ Die Köpfe rot, erhitzt und konzentriert. Die „West Side Story“ sei schnell und temperamentvoll, sagt Choreograf Simon Eichenberger. Am Mittwochabend tanzten knapp 30 Laien für die Statistenrollen des Stücks vor, das kommenden Sommer die Schlossfestspiele eröffnen soll.

„Wir suchen leidenschaftliche Hobbytänzer, die mit den Profis mithalten und sich ausgezeichnet bewegen können“, sagt Eichenberger. Der 40-Jährige Schweizer fordert den Frauen und Männern, die meisten sind unter 30 Jahre alt, einiges ab. Mutig sollen sie sein, jung und bereit, alles um sich herum zu vergessen. „Die Choreografie kann noch so gut sein. Wenn ihr keine Emotionen zeigt, ist das so interessant wie eine Wand“, feuert der 40-Jährige die Tänzer an.

Zwei Stunden geht das Casting. In der Pause schnappt Christina Müller nach Luft. „Die Choreografie ist schon sehr anspruchsvoll“, sagt sie. Sieben Castings am Schweriner Theater hätte die 31-Jährige bereits mitgemacht. Unter anderem tanzte sie beim Musical „Fame“ mit – da seien die Bewegungsabläufe jedoch langsamer gewesen. „Ich tanze gerne und liebe das Theater. Meine Großeltern waren hier schon Schneidermeister.“

„West Side Story“, das ist die neue Interpretation von „Romeo und Julia“ und spielt im New York City der 1950er-Jahre. Zwei verfeindete Banden – die US-amerikanischen Jets und die puertoricanischen Sharks – rivalisieren miteinander. Doch aus den beiden Gruppen entspringt ein Liebespaar: Tony und Maria. Ärger ist programmiert. „Es geht um die Jugend, die nicht weiß, was sie tut“, sagt Eichenberger. Für ihn ist das Thema gerade jetzt wieder hochaktuell.

„Wir brauchen Action auf der Bühne und ganz viel Engagement“, sagt Lars Tietje. Der Generalintendant des Theaters war selbst beim Casting dabei. Er wolle die Schlossfestspiele „auf Vordermann bringen“. „Wir brauchen einen Kick. Bei ,West Side Story‘ ist für jeden etwas dabei. Ob Opernliebhaber oder Freund der Unterhaltungsmusik.“

Mit Simon Eichenberger holte sich der Intendant ein Koryphäe der Musical-Szene ins Haus. Der Schweizer choreografierte u.a. das Musical „Das Wunder von Bern“ am Hamburger Theater an der Elbe. Für seine Interpretation erhielt er den ersten deutschen Musicalpreis in der Kategorie „Beste Choreografie“. Nun die Schlossfestspiele zu eröffnen sei für ihn „eine Ehre.“

Für die 30 potenziellen Statisten heißt das viel Arbeit. „Ihr müsst sehr viel von innen heraus zeigen. Man kann viel über die Körpersprache vermitteln“, meint Eichenberger. Auch die 16-jährige Skadi Janke hofft auf eine Statistenrolle. Sieben Jahre nahm sie Ballett-unterricht, dann Hip-Hop. „,West Side Story‘ ist sehr anstrengend, aber es macht Spaß“, sagt die Schülerin. Was, wenn sie die Rolle nicht bekommt? „Der Druck ist nicht so hoch. Dann versuche ich es beim nächsten Mal wieder.“

SCHLOSSFESTSPIELE Schwerin 2017

  • „West Side Story“ – Musical, Musik von Leonard Bernstein
  • Vom 30. Juni bis 6. August 2017 auf dem Alten Garten
  • Vorverkauf ab: 10. Oktober 2016
  • Musikalische Leitung: GMD Daniel Huppert
    Inszenierung und Choreographie:Simon Eichenberger
  • Kartentelefon +49(0)385/5300-123 bzw. kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de

 

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