Betrugsprozess : Geständnis von Ex-Radiomoderator

Der frühere Radiomoderator, der wegen Bankrotts und Betrugs in besonders schweren Fällen angeklagt ist, wartet im Saal des Landgerichts Rostock auf den Prozessbeginn.

 

Mit manipulierten Gewinnspielen bei einem Radiosender richtete der 42-Jähriger hohen Schaden an. Außerdem droht ihm eine Verurteilung wegen Bankrotts.

svz.de von
08. März 2016, 15:53 Uhr

Ein wegen Betrugs und Bankrotts angeklagter früherer Radiomoderator hat im Landgericht Rostock ein Geständnis abgelegt. Er bedauere die Taten außerordentlich, hieß es in einer am Dienstag von seinem Anwalt vorgetragenen Erklärung. Der 42-Jährige bestätigte im Wesentlichen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, in manchen Details wich er aber von der Darstellung der Anklage ab. Wie der Anwalt anschließend erklärte, wolle der Moderator nur auf schriftliche Nachfragen des Gerichts antworten.

Zum Vorwurf des Betrugs bei Gewinnspielen seines Sender Ostseewelle Hitradio MV sagte der Moderator, dass er den Plan mit dem mutmaßlichen Komplizen und mitangeklagten 39-jährigen Mann gemeinsam ausgearbeitet und eine 50:50-Gewinnteilung vereinbart habe. Dieser hatte jedoch die Hauptschuld dem Moderator angelastet. Laut Anklage sollen die beiden zwischen 2008 und 2010 bei manipulierten Gewinnspielen einen Schaden von rund 75 000 Euro angerichtet haben.

Mehr als 61 000 Euro seien an die beiden Angeklagten geflossen, der größte Teil an den Moderator selbst.

Der Moderator betonte, dass die Gewinnspiele auf ihn zugeschnitten gewesen seien. Er erklärte weiter, dass er und der Mitangeklagte die Meinung vertreten hätten, dass das Geld ohnehin von der Ostseewelle ausgezahlt werde. Es würde also nur anders verteilt, niemand würde geschädigt. Der Mitangeklagte hatte in seinem Geständnis davon gesprochen, dass er dem Moderator quasi hörig gewesen sei und in seinem Bekannten- und Freundeskreis die entsprechenden Leute organisiert habe, die an den Gewinnspielen teilnahmen.

Zum Vorwurf des Bankrotts sagte der Moderator, dass seine damalige Lebensgefährtin eine Firma gegründet und als Geschäftsführerin geleitet habe. Er sei dort als Angestellter tätig gewesen. Ihm sei es dadurch gelungen, seine private Insolvenz ohne Einbußen zu durchlaufen und trotzdem genügend Geld zur Verfügung zu haben. Die Anklage geht davon aus, dass er im Rahmen der Privatinsolvenz Einnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro erzielt hat. Die Gläubiger hätten Forderungen von mehr als 500 000 Euro erhoben.

Dass seine Gläubiger auf der Strecke blieben, sei ihm egal gewesen.

Er sei nur auf sich fixiert gewesen, sagte der 42-Jährige. Er habe zudem noch vergeblich versucht, sein Geld in einer Spielbank zu vermehren.

Der Mann war Ende 2012 wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Da die aktuell angeklagten Straftaten vor dieser Verurteilung geschahen, könnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein erneuter Urteilsspruch zu einer Gesamtstrafe führen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen