Gesetz gegen die Riesen

svz.de von
06. Mai 2008, 04:31 Uhr

Die Kanzlerin ist verärgert - und nicht nur sie. Einträchtig
demonstrieren Politiker Volksnähe, indem sie sich beim Thema Strompreiserhöhungen an die Spitze der Empörung setzen. So berechtigt der Ärger ist - die Zurschaustellung dient auch dazu, von eigenem Versäumnis abzulenken. Die Stromkonzerne nutzen die Gunst der Stunde. Schließlich mussten sie ihre Preise bis Juni noch von den Ländern genehmigen lassen. Seitdem rollt die Erhöhungswelle. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen von Wirtschaftsminister Michael Glos aber, das schärfere Instrumente gegen Missbrauch enthalten soll, steckt noch im parlamentarischen Prozess. Es muss zügig verabschiedet werden, damit bessere Eingriffsmöglichkeiten bestehen, als sie jetzt das Kartellamt hat. Die von Eon und anderen angekündigten Steigerungen um bis zu zehn Prozent sind überzogen. Trotz Liberalisierung leidet der Strommarkt weiterhin unter der Vorherrschaft der vier Großen - und der Bequemlichkeit der Verbraucher. Eon, EnBW, RWE und Vattenfall versorgen vier von fünf Haushalten. Mit einem Wechsel kann man der Preisspirale entkommen - es wagt nur kaum jemand. Doch selbst bei Billiganbietern lohnt der genaue Blick. Einige sind nur Ableger. Wer die rote Karte zeigt, sollte nicht den Discount-Töchtern der Konzerne ins Netz gehen.

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