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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 22:55 Uhr

Gesellschaft passt auf: Weniger Koma-Saufen

vom

Das exzessive Rauschtrinken bei Kindern und Jugendlichen bleibt ein Problem. Zwar hat das lebensgefährliche Komasaufen erheblich nachgelassen, aber die Daten sind zwei Jahre alt.

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2013 | 09:59 Uhr

Das exzessive Rauschtrinken bei Kindern und Jugendlichen bleibt ein Problem. Zwar hat das lebensgefährliche Komasaufen erheblich nachgelassen: In MV landeten 2011 weniger Jungen und Mädchen mit einer Alkoholvergiftung in der Klinik. Es gebe eine neue Kultur des Hinsehens in der Gesellschaft, meinen Experten. Allerdings sind die jüngsten verfügbaren statistischen Daten bereits zwei Jahre alt.

Während aber bundesweit 2011 ein leichter Anstieg auf 26 300 stationär behandelte Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 20 Jahren festgestellt wurde, ging in MV die Zahl der Klinikeinweisungen zurück - um mehr als ein Viertel: Laut Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung kamen 2011 in MV 286 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung in die Klinik, 27 Prozent weniger als im Vorjahr mit noch 394. Einziger Wermutstropfen: Bei ganz jungen Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren gibt es keinen wirklichen Rückgang der Exzesse. 2011 landeten 37 von ihnen, kaum weniger als im Vorjahr mit 38 Einweisungen.

Experten sehen eine positive Entwicklung im Land. "Eine Kultur des Hinsehens ist entstanden, auch bei Gastronomen, Vereinen, Sportverbänden und Jugendfeuerwehren", sagt Claudia Diekneite von der Landesstelle für Suchtfragen in Schwerin. "Die Gesellschaft ist sens ibler geworden." Trinkende Kinder und Jugendliche würden eher wahrgenommen. "Eltern haben dabei eine Schlüsselfunktion", meint Diekneite. Wenn ein Jugendlicher einmal über die Stränge schlägt, wird nicht gleich ein Alkoholiker aus ihm, sagt Diekneite. Doch reden müssten Familien über einen "Absturz". Und notfalls Hilfe suchen in einer der flächendeckend arbeitenden Sucht- oder Erziehungsberatungsstellen. Unverantwortlich indes handelten Jugendreiseveranstalter, die im Ausland die Aufsicht über Minderjährige vernachlässigten. Angebote zur Suchtprävention im Land wirkten, meint das Sozialministerium. Angefangen bei den Kleinsten im Kindergarten mit dem pädagogischen Programm "Papilio", für Eltern von Grundschülern gebe es ein spezielles Angebot und für Schüler selbst den Mitmachparcours "Volle Pulle Leben - Auch ohne Alkohol" .

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