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Liquidation angekündigt : Gesellschaft GLP ist Scherbenhaufen

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Die Gemeinnützige Ludwigsluster Projektgesellschaft in Hagenow ist am Ende. Zu augenscheinlich hat sich die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung geändert. Im Laufe der Jahre wurde der Fördergeldfluss immer geringer.

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erstellt am 09.Jan.2012 | 07:19 Uhr

ludwigslust | Die Gemeinnützige Ludwigsluster Projektgesellschaft (GLP) mit Sitz in Hagenow ist am Ende. Als Landrat Rolf Christiansen auf der letzten Sitzung des Kreistages die Liquidation der Fördergesellschaft in diesem Jahr ankündigte, kam das für die meisten Kreistagsmitglieder nicht überraschend. Zu augenscheinlich hat sich die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung geändert. Im Laufe der Jahre ist der Fördergeldfluss immer geringer geworden. Deshalb hatte die Gesellschaft sich 2010 bereits umstrukturiert, Angebote zusammengefasst und Standorte aufgegeben. Sah GLP-Geschäftsführer Jürgen Brix seinerzeit noch eine Chance, die Gesellschaft zu retten, sieht er sich jetzt mit seiner Position als Liquidator konfrontiert. Auch die Überführung der GLP als Tochter in die Berufsbildungsstätte (BBS) Start Ludwigslust im vergangenen Jahr half nicht mehr.

Die BBS steht selbst unter enormem Druck. Das veranlasste Kreistagsmitglied Peter Warnecke (Linke), konkrete Fragen an die Verwaltung zur Zukunft des Bildungsträgers zu stellen. Am Ende des Jahres 2011 steht ein Minus von rund 950 000 Euro zu Buche. Das werde die Gesellschaft verkraften, beruhigt der 1. Stellvertreter des Landrates, Wolfgang Schmülling und bescheinigt dem Team um Geschäftsführer Dr. Manfred Müllner trotzdem eine kluge Geschäftspolitik. Der Landkreis ist Hauptgesellschafter der BBS. Doch das Ende der Fahnenstange ist erreicht, daran lässt Schmülling auch keinen Zweifel. Noch mehr Verluste kann sich die BBS nicht leisten, denn sie muss sich in dem raueren Klima der Förderpolitik behaupten. Und der Landkreis ist nicht in der Pflicht, Geld nachzuschießen, sagt er nachdrücklich.

Auf ihrem Weg der Neuausrichtung sei Start gut vorangekommen, ist Schmülling überzeugt. Dazu hatte es unter anderem Workshops gegeben. Das Unternehmen brauche Ruhe, denn die Mitarbeiter hätten in der jüngeren Vergangenheit auch eine Menge ertragen müssen. So sank die Mitarbeiterzahl von 250 auf rund 200. Inzwischen ist es der BBS Start aber gelungen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Eines spielt in der Justizvollzugsanstalt Bützow, wo die BBS an der Resozialisierung von Strafgefangenen mitarbeitet. Sehr nachgefragt für den Bereich Parchim ist offensichtlich das Sozialkaufhaus in der Kreisstadt, in dem 25 Mitarbeiter über Arbeitsgelegenheiten gebunden sind.

Wenn jetzt die ehemaligen Landkreise Ludwigslust und Parchim zusammenwachsen müssen, wird die vielfältige Struktur der Fördergesellschaften zwangsläufig zu Auseinandersetzungen führen. "Unser Bestreben wird allerdings sein, dies ohne Reibereien über die Bühne zu bringen", stellt der 1. Stellvertreter des Landrates klar. Gleichzeitig erteilt Wolfgang Schmülling jedweden Überlegungen, der Landkreis werde sich an weiteren Fördergesellschaften beteiligen, eine Absage. Er könne sich nicht vorstellen, das Landrat Rolf Christiansen solche Konzepte in Erwägung ziehe, sagte Schmülling.


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