Hennings Brauerei : Gerstensaft für jeden Geschmack

Tim Hennings braut etwa 500 bis 600 Hektoliter Bier pro Jahr.
Tim Hennings braut etwa 500 bis 600 Hektoliter Bier pro Jahr.

Der Braumeister in Leezen bietet 15 Biersorten an

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13. April 2017, 20:00 Uhr

Fässer, Flaschen, Leezen Edelstahltanks – der kleine Betrieb in Leezen bei Schwerin hat alles was eine richtige Brauerei braucht. Vor allem auch einen erfahrenen Braumeister: Tim Hennings stammt aus der Gegend, hat seinen Beruf in der Schweriner Schlossbrauerei gelernt und dort auch etliche Jahre gearbeitet. Als die Schlossbrauerei geschlossen wurde, ging er in München zur Meisterschule und wagte 2012 den Schritt in die Selbstständigkeit.

„Die Kunden gehen bewusster mit den Lebensmitteln um, die sie konsumieren etwa bei Fleisch oder Eiern“, sagt Hennings. Und eben beim Bier: „Sie können hierher kommen und sehen, wer produziert und welche Rohstoffe eingesetzt werden.“ Jetzt stellt der Braumeister seine Biere so her, wie er es sich vorstellt. „An industriell hergestelltem Bier ist nichts schlecht, aber es ist ein Massenprodukt ohne eigenen Charakter. Der Verbraucher hat Schwierigkeiten, Fernsehbier A von Fernsehbier B zu unterscheiden.“

Viele Biertrinker kauften nicht nach Marke, sondern nach Sonderangebot, deshalb würden derzeit zwei Drittel aller Biere über Marketingaktionen verkauft, weiß der Fachmann. Und genau das will er nicht, sondern gutes Bier anbieten - hergestellt mit geschmacksintensiven Rohstoffen, nicht nur bitter, sondern auch aromatisch. „Ich verwende Aromahopfen statt Hopfen-Extrakte. Und verschiedene Malze statt nur einer Sorte und etwas Farbe. Das ist zwar trotz Reinheitsgebot erlaubt, aber das wollte ich nicht mehr.“

In seiner Freizeit hatte Hennings sich schon länger als Hobby-Brauer ausprobiert. Irgendwann nahm der Plan für eine eigene Brauerei Gestalt an. „Klar haben wir überlegt, ob Mecklenburg und dann noch auf dem Dorf der richtige Standort ist. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden und waren damals eine der ersten Craft-Brauereien in Deutschland - und das hier, wo doch angeblich immer alles viel später passiert.“

Heute steht der 41-Jährige gemeinsam mit seiner Frau fast täglich in seiner Brauerei. Im Sudwerk kommen die drei Hauptzutaten Hopfen, Malz und Wasser für etwa zwölf Stunden zusammen. Es entsteht eine Würze, die später durch den Zusatz von Hefe in den Tanks zu Bier vergoren wird. Die Malze stammen aus Bamberg, der Hopfen von einem Landwirt am Bodensee.

In Mecklenburg-Vorpommern wird die Pflanze überhaupt nicht mehr angebaut – zumindest nicht in großem Stil. „Wir haben Hopfen bei uns im Garten“, erzählt der Braumeister. Damit werde einmal im Jahr ein spezielles Bier gebraut. Insgesamt produziert die kleine Brauerei bis zu 600 Hektoliter pro Jahr – „ein Volumen, von dem man leben kann“, sagt Hennings.

Viele seiner Kunden fahren einfach auf den Hof direkt an der kleinen Brauerei und holen sich ihre Flaschen ab. Die meisten kommen aus der Region um den Schweriner See. Aber es gibt auch etliche Gaststätten, die Hennings` Bier anbieten. Etwa 15 verschiedene Sorten stehen zur Auswahl: klassisches Pils, dunkles Bier, Maibock, Rotbier oder Honigbock zu Weihnachten. Starkbier wird in Holzfässern gelagert – ähnlich wie Wein oder Whisky. „Wir wollen ja gerade die Vielfalt darstellen, die beim Bier möglich ist.“ Geschmack und Farbe entstehen durch die verschieden gerösteten Malze, manchmal sogar mit Aromen von Schokolade oder Kaffee. Auch die unterschiedlichen Arten von Hopfen bringen Vielfalt ins Bier. All diese Rezepte sind Eigenkreationen.

Mehr auf: www.brauerei-hennings.de

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