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Mecklenburg-Vorpommern

21. Oktober 2017 | 12:39 Uhr

Wismar : German Pellets-Werk gerettet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rettung in letzter Minute: Investoren übernehmen mehrere Werke des insolventen Holzverarbeiters in Wismar.

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 20:45 Uhr

Das insolvente Holzpelletswerk in Wismar und weitere Werke des Holzverarbeiters German Pellets bleiben vorerst am Markt. In den Betrieb steige der amerikanische Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners, LLC, New York (MEP) ein, teilte die am Sonntag vom Amtsgericht Schwerin bestellte Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde gestern mit. Mit der Übernahme werde der neugegründeten Wismar Pellets GmbH „langfristig eine Perspektive“ gegeben. MEO verfüge Schmudde zufolge über „umfassende Erfahrungen in der Entwicklung von Unternehmen“. Die Leistungsversprechen und die Ressourcen des Werkes in Wismar sollen wieder „auf ihr ursprüngliches Niveau“ zurückgeführt werden, kündigte MEP-Manager Paul Lisiak an. Das Wachstum solle „zu einem nachhaltigen Erfolg“ vorangetrieben werden, sagte MEP-Direktor.

Der Brennstoff-Hersteller mit weltweit rund 600 Mitarbeitern, davon 150 in Wismar, hatte Anfang Februar Insolvenzantrag in Eigenverantwortung gestellt. Gläubiger bangen um ihre Einlagen in dreistelliger Millionenhöhe. Anlegervertretern zufolge geht es um bis zu 12 000 Anleger und einen Betrag von mehr als 200 Millionen Euro. Inzwischen prüft auch die Staatsanwaltschaft Rostock nach einer Anzeige wegen Unterschlagung. In der Anzeige geht es um einen Schaden von rund 27 Millionen Euro. Indes hat das Amtsgericht Schwerin am Sonntag das Insolvenzverfahren über das Vermögen der German Pellets GmbH und weiterer Gesellschaften der Gruppe eröffnet.

Hoffnung gibt es auch für die Werke in Ettenheim und Herbrechtingen: Die Unternehmen werden von der J. Rettenmaier & Söhne GmbH (JRS) aus Baden-Württemberg übernommen, teilte Insolvenzverwalterin Schmudde mit. JRS – ein führender Faserstoffhersteller mit Werken in Europa, Amerika und Asien und weltweit 2000 Beschäftigten – werde die Werke weiterführen.

Damit würden an allen drei Standorten „nahezu sämtliche Arbeitsplätze in der Produktion erhalten“, so Schmudde. Allerdings werde es in der Verwaltung in Wismar „zu Personalanpassungen“ kommen.

Offen bleibt die Zukunft des Werkes in Torgau. Die Verhandlungen liefen noch, meinte Schmudde: „Hier sind wir mit verschiedenen Interessenten im Gespräch.“ Im Mai sei mit einer Entscheidung zu rechnen.

Zudem läuft die Restrukturierung der Werke in den USA weiter. Ein US-Kompetenzteam werde die Projekte in Texas und Louisiana mit großen Pellet-Produktionskapazitäten vorantreiben. Gemeinsam mit den Rechtsanwälten der US-Anleger, die etwa 550 Millionen Dollar in die Unternehmen investiert hatten, werde an „nachhaltigen Restukturierungs- und Fortführungslösungen“ gearbeitet, teilte Schmudde mit.  

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