Genosse Heydorn zahlt Mindestlohn nur für SPD-Haus

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21. März 2013, 07:46 Uhr

Schwerin | Flächendeckender Mindestlohn? Von wegen? Beim SPD-Landtagskandidaten Jörg Heydorn unterteilt sich das Thema Mindestlohn in Politik und Wirtschaft. Im Landtag betont der langjährige Genosse immer wieder gern, dass der flächendeckende Mindestlohn ein Muss ist. Erst Anfang Dezember forderte Heydorn in einer Aktuellen Stunde zur Rentenpolitik: "Klar ist, gute Rente braucht gute Löhne. Deswegen gilt: Der Mindestlohn muss kommen und gleiche Arbeit muss gleich bezahlt werden." Die SPD und Genosse Heydorn haben es mit dem neuen Vergabegesetz für öffentliche Aufträge in MV vorgemacht: 8,50 Mindestlohn - auch bei Gebäudereinigern.

Nur, daran hält sich der Unternehmer Heydorn in seiner eigenen Firma, der Schweriner Compact GmbH, nicht. Auf der Internetseite der Gesellschaft für Dienstleistungen, Infrastruktur und Bauten preist der geschäftsführende Gesellschafter einen "optimalen Rund-um-Service" im Pflegedienst, in der Tagespflege, im Gebäudeservice etc. "zu einem günstigen Preis". Unternehmer Heydorn verspricht: "Wichtig für Sie als Kunde ist dabei natürlich, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt." Und das stimmt. Denn 8,50 Euro zahlt Heydorn seinen 60 Mitarbeitern nur dort, wo es politisch geboten ist: Bei der Gebäudereinigung der Landesgeschäftsstelle der SPD im Schweriner Willy-Brandt-Haus. "Wir zahlen an dieser Stelle seit 1. Juni 2009 die 8,50 Euro", sagte er gestern gegenüber unserer Redaktion. In den anderen Bereichen des Unternehmens ist das noch lange nicht so. Dort bekommen Gebäudereiniger die normalen Tarife. "Sieben Euro", sagt Heydorn. Und: "Wenn wir in der Vergangenheit immer 8,50 Euro gezahlt hätten, dann bräuchten wir uns an keiner Ausschreibung beteiligen." Genau das beklagen andere Unternehmer auch stets, wenn die SPD Mindestlöhne fordert.

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