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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 09:45 Uhr

Generation Grün

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2007 | 10:47 Uhr

Der Spaß bleibt den Literaten vorbehalten, der Spaß, jene
Nobelpreis-Kandidaten von der Liste zu streichen, die öffentlich diskutiert werden. Übrig bleiben dann Namen wie Elfriede Jelinek und auch Doris Lessing.
Der Frieden hingegen ist eine ernste Sache. Und so lässt sich
die Entscheidung pro Al Gore aus dem Anforderungsprofil fast herauslesen. 181 Kandidaten standen zur Wahl, wenige zählten zum engeren Kreis. Bono? Dafür war die Zeit noch nicht reif,
der Nobelpreis ist der Tradition verpflichtet. Helmut Kohl?
Wenn da nur die Wende wäre.
Al Gore passt besser. Er vertritt die Generation Grün, kein Thema ist aktueller als der Umweltschutz. Er ist der Anti-Bush, zeigt,
dass sich auch Amerikaner für Natur einsetzen können. Mit ihm geht der Nobelpreis an ein westliches Land, die Gewinner zuvor hießen Muhammad Yunus, El Baradei und Wangari Maathai.
Die Geografie hilft beim Punkten. Und ganz nebenbei wird der Co-Sieger, der Weltklimarat, moralisch aufgewertet und immun gemacht gegen die beißende Kritik der Klimaforscher in der Diaspora. Kein schlechtes Vorzeichen für die kommende UN-
Konferenz im Dezember.
Wer jetzt noch Zweifel hat, ob Umweltschutz unbedingt einen Friedenspreis gewinnen muss: Das Nobelkomitee in Oslo hat zuletzt 2006 bekräftigt, dass es den Friedensbegriff weiter fassen wolle. Al Gore ist also die Tat zum Wort, der ideale Kandidat. Vielleicht eine langweilige Entscheidung, aber für den Spaß
gibt es ja die Literaten.

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