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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 21:49 Uhr

Schafzucht : Gemetzel auf der Schafweide

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fünf tote Tiere fand Inga Wegner-Klose auf der Koppel - War es ein Hund oder Wolf? Gutachten soll Klarheit bringen

svz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 20:15 Uhr

Inga Wegner-Klose ist geschockt. Als die 52-Jährige am Sonntagmorgen zu ihrer Schafskoppel in der Nähe von Nostorf geht, entdeckt sie fünf gerissene Schafe. „Drei weitere Tiere waren so stark verletzt, dass sie nachträglich noch getötet werden mussten“, erzählt Wegner-Klose. Als die fremden Tiere in das Schafsgehege eindrangen, haben sich zudem drei Lämmer sowie ein Muttertier verletzt. Doch eines unterstreicht Inga Wegner-Klose: Es ist nicht klar, welches Tier die Schafe gerissen hat, das heißt, ob es ein Hund oder ein Wolf war. Sie habe einen Wolfssachverständigen gerufen, der die getöteten Tiere untersuchte. „Es ist ein schwebendes Verfahren“, sagt Wegner-Klose zu der Lage.

Sie habe den Vorfall auch bei der Polizei gemeldet. Wie die Beamten auf Nachfrage mitteilen, sind in der Vergangenheit keine Fälle aufgetreten, in denen gerissene Tiere gemeldet wurden.

Inga Wegner-Klose, die Landwirtin im Nebenerwerb ist, ist noch immer entsetzt über das Geschehen auf ihrer Schafweide. Sie wolle nur informieren, dass die Menschen in den umliegenden Ortschaften wachsam sind.

Wilfried Röpert, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust, geht nicht davon aus, dass ein Wolf aus der Lübtheener Heide die Schafe gerissen haben könnte. „Ich glaube nicht, dass das Rudel in einer Nacht so weit ziehen würde“, sagt Röpert und meint damit die Tiere im Lübtheener Gebiet. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass diese Tiere Nachwuchs haben (svz berichtete). Dass der fremde Vierbeiner aus der Lübtheener Gegend stammen könnte, schließt auch Kristin Zscheile, Wolfsexpertin von Mecklenburg-Vorpommern, aus. Sie ist mit dem Fall betraut, hat Bilder von den gerissenen Schafen gesehen, weiß, dass ein Gutachter vor Ort war. „Der Befund spricht für einen großen Hund, aber es kann der Wolf nicht ausgeschlossen werden“, sagt Zscheile. So gebe es Indizien, die für einen Wolf, aber auch Indizien, die für einen Hund sprechen, fügt sie hinzu.

„Der Biss-Gutachter hat auch Speichelproben vom Biss genommen“, sagt Zscheile. Sie erhoffe sich Klarheit, wenn die Probe ausgewertet ist. Norman Stier, der Wolfsexperte, der für Mecklenburg-Vorpommern den Wolfsmanagementplan ausgearbeitet hat, hebt einen anderen Fakt hervor. „Auf der schleswig-holsteinischen Seite gibt es Hinweise, dass sich dort ein Wolf aufhält“, sagt Stier. Der Bereich, in dem sich das Tier aufhalte, solle sich laut Wolfsexperten in den Waldgebieten nördlich und südlich der A 24 erstrecken. Leider konnten die dort angebrachten Fotofallen noch keine Bilder von dem Tier machen. Deswegen ist es hilfreich für ihn, wenn er Bilder von gerissenen Tieren erhalten könnte.

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