Umdenken im Amt Hagenow-Land : Gemeinden suchen nach Überlebens-Strategien

Alfred Matzmohr, Amtschef Hagenow-Land: „Durch Fusionen könnten Gemeinden ihre Kräfte künftig bündeln.“
Alfred Matzmohr, Amtschef Hagenow-Land: „Durch Fusionen könnten Gemeinden ihre Kräfte künftig bündeln.“

Um trotz Pleite auch künftig existieren zu können, wollen die Gemeinden im Amt Hagenow-Land ihre Strukturen überdenken. Erste strategische Gespräche mit Bürgermeistern hätte es bereits gegeben.

svz.de von
16. Juli 2012, 12:01 Uhr

Hagenow-Land | Um trotz Pleite auch künftig existieren zu können, wollen die Gemeinden im Amt Hagenow-Land ihre Strukturen überdenken. Erste strategische Gespräche mit Bürgermeistern hätte es bereits gegeben, so Amtschef Alfred Matzmohr. Weil die Kassen zunehmend klamm sind - zuletzt durch die höhere Kreisumlage -, die Einwohnerzahlen stetig sinken, immer weniger für Ehrenämter in Gemeindevertretungen und Feuerwehren gefunden werden, müsse auf lange Sicht etwas geschehen, sagte Matzmohr.

Er denkt an Fusionen, um die Kräfte zu bündeln und Synergieeffekte zu schaffen. "Das würde Sitzungen und Geld sparen", so ein Beispiel. Er denkt auch daran, Einnahmen zu erhöhen - etwa über Energiegenossenschaften. "Wir dürfen unsere Chancen nicht an Unternehmen vergeben, müssen das Thema stattdessen selbst in die Hand nehmen. Zum Beispiel bei der Windenergie."

Dass das für viele ehrenamtliche Bürgermeister eine große Herausforderung werden könnte, bestätigt Amtsvorsteherin Brigitte Wolf im Gespräch mit der SVZ. Aber: "Sie müssen umdenken und sich rantrauen." Um die Schultern der Bürgermeister dahingehend zu entlasten, könnte sich Alfred Matzmohr auch eine gemeinsame politische Vertretung für die Gesamtgemeinde vorstellen. Heißt, alle 20 Gemeinden hätten einen Sprecher für diese eher schwierigen Zukunftsideen. Die Bürgermeister blieben in diesem Fall Ansprechpartner vor Ort in den Dörfern. "Sie kümmern sich weiter ums Gemeindeleben", so Matzmohr. Mit Holger Maty, Bürgermeister in Pätow-Steegen, gab es bereits erste Gespräche. Dass langfristig etwas passieren muss, sei ihm bewusst. Viele Gemeinde hätten einen unausgeglichenen Haushalt. Da stehe die Frage im Raum, "wie wir weiter bestehen können", so Maty. Er strebt deshalb schon länger eine Fusion mit Warlitz an, hat deshalb das Gespräch zu Amt und Bürgermeister gesucht. "Schließlich dürfen wir nicht nur an die jetzige Legislaturperiode denken. Wir müssen die Zeit nutzen." Und mit einer Fusion könnte beispielsweise das Problem mit der Feuerwehr in Pätow-Steegen gelöst werden. "Auch die könnten dann fusionieren, statt sich aufzulösen wegen fehlender Mitglieder."

Für Warlitz sei eine Fusion generell zwar Thema. Konkrete Pläne gebe es laut Bürgermeister Peter Holm aber nicht. Nur so viel steht fest: "Wir sind mit unseren Aufgaben stark belastet." Gemeint ist etwa der Erhalt des Kindergartens oder die notwendige Sanierung der holprigen Kreisstraße 29, für die der Eigenanteil kaum aufzubringen wäre.

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