Kirchen-App : Gemeinden sollen Schätze zeigen

Viele Urlauber wollen in ihrer Ferienregion eine Kirche besichtigen. Doch viele Gotteshäuser sind nicht geöffnet oder der Gast erfährt nichts davon. Ein Kongress soll Kirche und Tourismus zusammenbringen - mit einer App.

svz.de von
21. März 2013, 10:50 Uhr

Schöne alte Kirchen sind bei Urlaubern als Schlechtwetter-Ausflugsziel gefragt. Doch viele Gotteshäuser im Norden, vor allem auf dem Land, sind nicht offen, bedauert Ulrich Schmidt von der Nordkirche. „Wir müssen unseren Leuten klarmachen, dass es Menschen gibt, die die Kirchen anschauen wollen, und dass es schön ist, seine Schätze zu zeigen“, sagt er. Heute seien schon mehr Gotteshäuser geöffnet als vor fünf Jahren, aber Schmidt wünscht sich noch viele weitere. Dann müsse auch noch dafür gesorgt werden, dass die Urlauber davon erfahren.

Auf einem Fachkongress „Kirche und Tourismus“, der heute in Boltenhagen zu Ende geht, werden dazu neue Projekte vorgestellt. Zum Beispiel eine Kirchen-App für das Smartphone: Sie soll Urlaubern bei der Suche nach Kirchen in der Umgebung helfen und kulturhistorische Informationen sowie die Öffnungszeiten gleich mitliefern.

Für Schleswig-Holstein und Hamburg gibt es bereits die Internetseite www.kirche-tourismus.de, die über sehenswerte Kirchen informiert, berichtet Kongressleiter Schmidt. Sie soll bis April überarbeitet und um Mecklenburg-Vorpommern erweitert werden. Auch für Radtouristen mit Interesse an Kirchen gibt es eine Internetseite.

Manche Kirchengemeinde halte ihr Gotteshaus allerdings verschlossen aus Angst vor Diebstählen, berichtet Schmidt. Die Sorge hält er für unbegründet. Erstens werde vorwiegend nachts eingebrochen und gestohlen. „Außerdem kann man Vorkehrungen treffen. Zum Beispiel muss nicht die Bibel von 1789 im Original daliegen.“ Wertvolle Gerätschaften könnten in der Sakristei weggeschlossen oder fest verankert werden. „Und wenn einer mal eine Bibel klaut, dann liest er hoffentlich drin und dann hat es auch sein Gutes“, meint der Kirchenmann.

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