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Großes Entwässerungsvorhaben : Gemeinde macht die Schotten dicht

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"Spornitz versinkt in Regenfluten" - das war einen Tag nach den Starkregenfällen, die viele Häuser in der Bahnhofstraße der Gemeinde buchstäblich "absaufen" ließen. Der Tag war für die Gemeinde ein Alarmsignal.

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erstellt am 18.Mär.2012 | 06:41 Uhr

Spornitz | "Spornitz versinkt in Regenfluten" - so titelten wir am 8. Juni 2011. Das war einen Tag nach jenen extremen Starkregenfällen, die viele Häuser in der Bahnhofstraße der Gemeinde buchstäblich "absaufen" ließen. Wenn sich Bürgermeister Dieter Eckert an jene Nacht erinnert, hat er die Situation vor Augen: "Schlimm war das, fast 60 Zentimeter stand das Wasser bei uns im Keller, nebenan in der Diskothek waren es sogar 1,20 Meter. Die ganze Suppe drückte schon wieder aus den Fenstern." Viele Keller der betroffenen Häuser konnten bis heute noch nicht wieder hergerichtet werden. "Obwohl wir alle die Pumpen Tage und Wochen haben laufen lassen, ist das Mauerwerk immer noch nicht wieder trocken. Da ist noch nichts zu machen", so Eckert.

Indes war der 7. Juni ’11 für die Gemeinde ein Alarmsignal. Sie will nun alles daran setzen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Wie Dieter Eckert erklärte, werden noch in diesem Jahr Entwässerungsgräben saniert und Vorkehrungen getroffen, um den Grundwasserspiegel dauerhaft abzusenken. In diesem Zusammenhang sei deswegen ein Ingenieurbüro beauftragt worden, die vorhandenen Durchlässe und Gräben zu prüfen und ein Projekt zu erarbeiten. Soweit die Planungen.

Fakt ist: Das Problem liegt in der Fläche zwischen Bahnhofstraße, Lewitzblick und Friedhof. "Dieses riesige, unbebaute Areal ist abschüssig und nass, was dazu führt, dass das Wasser bei Starkregen wie im vergangenen Juni über unsere Straße in die Häuser drückt", sagt Eckert. Vorgesehen ist daher, die Entwässerungsgräben zu erneuern, ein Regenrückhaltebecken unterhalb des Hanges neben dem Traumland-Parkplatz anzulegen und weitere Gräben in Richtung Bahnhof bis zum Schneesgraben zu ziehen, um das Wasser auch im Extremfall abzuführen, ehe es wieder Schäden an den Spornitzer Häusern anrichten kann.

Freilich kann die Gemeinde nicht so einfach drauf losbauen oder besser gesagt drauf losbaggern. "Die Flächen, in die das Projekt eingreifen wird, teilen sich momentan 17 Eigentümer", sagt Eckert. "Sie alle müssen gefragt werden oder anders, wir als Gemeinde müssen den Grund erwerben oder Flächen mit ihnen tauschen. Ohne die Zustimmung werden wir unser Vorhaben nicht umsetzen können."

Doch Bürgermeister Eckert ist zuversichtlich, in dieser Angelegenheit schnell zu einem positiven Ergebnis zu kommen. "Der Regen im letzten Sommer war schlimm, dennoch muss man sagen, sind wir alle noch einmal mit dem blauen Auge davongekommen. Aber wie wir alle wissen, ändert sich das Klima, so dass wir nicht sagen können, was uns die Zukunft bringt", sagt er und gibt zu bedenken, dass es hier um Familien geht und um Existenzen.

Während die Planungen im Hintergrund laufen, die Gespräche mit den Eigentümern schnell über die Bühne gebracht werden müssen, muss sich die Gemeinde über die Finanzierung des Projektes keine Sorgen machen. "Alles in allem wird das Vorhaben rund 900 000 Euro kosten. Zehn Prozent müssen wir als Gemeinde aufbringen, was wir über Ausgleichspflanzungen planen. Den großen Rest wird uns das Land fördern", sagt Dieter Eckert. Wie viele seiner Nachbarn in der Bahnhofstraße hofft er nun auf einen sorgenfreien Sommer und Projektbeginn im Spätherbst diesen Jahres.


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