Asylpolitik : Gelungene Flüchtlings-Integration

Ministerin Birgit Hesse überzeugt sich von den Integrationserfolgen in Drögeheide
Ministerin Birgit Hesse überzeugt sich von den Integrationserfolgen in Drögeheide

Zwei Jahre nach Protesten gegen Eröffnung eines Asylantenheimes ist es in Torgelow-Drögeheide ruhig geworden

svz.de von
24. Juli 2015, 08:00 Uhr

Laut schallt das Schlagzeug durch den Keller des Asylbewerberheimes Torgelow-Drögeheide, als Alit Itay lostrommelt. „Wir haben das gerade erst bekommen“, erzählt Sozialpädagoge Johannes Bogner, der am Keyboard sitzt. Itay ist Serbe, lebt mit Frau und drei Enkeln in dem Heim, in dem rund 160 Flüchtlinge aus 17 Nationen wohnen. Mit dem wachsenden Flüchtlingsstrom muss besonders der Süden Vorpommerns zurechtkommen. 1531 Asylbewerber hat der östlichste Landkreis 2015 bisher aufgenommen – so viele wie im ganzen Jahr 2014.

Erst seit 2013 gibt es die Unterkunft in  Drögeheide. Gestern schaute sich Landessozialministerin Birgit Hesse (SPD) das Flüchtlingsheim an. Noch vor der Eröffnung 2013 war es zu zahlreichen Protesten gekommen, die Rechtsextreme organisiert hatten. „Es herrschte große Unruhe“, erinnerte sich SPD-Landtagsabgeordneter Patrick Dahlemann. Der Torgelower wurde damals über Nacht zum Medienstar. Er hatte auf einer NPD-Veranstaltung das Mikrofon gegriffen und den Rechten öffentlich Paroli geboten.

In Drögeheide seien zwei Jahre nach Eröffnung des Asylantenheims die Befürchtungen zerstreut, sagte Harald Rinken, der ehrenamtlich für das Heim tätig ist. Selbst Polizei und Stadt bestätigen, dass es kaum noch Vorfälle gibt.

Eine wichtige Rolle kommt dabei dem FC „Vorwärts Drögeheide“ zu, der 2015 einen Integrationspreis vom Landesfußballverband bekam.

Nach der Besichtigung von Deutsch-Unterrichtsräumen, einem Frauen-Cafe, einer Nachmittags-Kita und weiteren Freizeiträumen lobte Ministerin Hesse die engagierte Arbeit in Drögeheide.

„Das ist hier zu einem Vorzeigeprojekt geworden“, sagt auch der Abgeordnete Dahlemann. So können Familien auch in einen Nachbarwohnblock ziehen, wo sie direkt mit Deutschen zusammenleben.

Trotzdem reicht der Platz nicht aus. „Wir werden fast überrollt“, sagte Landrätin Barbara Syrbe (Linke) zum Abschluss des Ministerbesuches. Da mehr Flüchtlinge kommen, zieht Syrbe eine ehemalige Kaserne in Eggesin-Karpin als Unterkunft in Betracht. Auch mit Basepohl sei ein ehemaliger Militärstandort genehmigt worden. „Das ist allemal besser als Zeltstädte oder Container bei der Hitze“, meinte die Landrätin.

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