Schluss mit dem blauen Dunst : Geliebte Rituale bewusst durchbrechen

<strong>Wer mit dem Rauchen</strong> aufhören will, sollte Freunde und Verwandte einbeziehen.<foto>dpa</foto>
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Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte Freunde und Verwandte einbeziehen.dpa

Wer etwa 20 Zigaretten pro Tag raucht, verbraucht im Jahr etwa 1825 Euro, um seiner Gesundheit zu schaden. Am Lesertelefon gab die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Tipps zur Raucherentwöhnung.

svz.de von
15. März 2013, 10:37 Uhr

In diesem Jahr wurden die Zigaretten wieder teurer. Wer etwa 20 Zigaretten pro Tag raucht, verbraucht dafür im Jahr etwa 1825 Euro. Neben den steigenden Kosten war es vor allem der gesundheitliche Aspekt, der viele Leser bewog, bei unserem Lesertelefon mit Experten für Raucherentwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu sprechen.

Ich rauche etwa eine Schachtel am Tag. Mein Arzt riet mir dringend aufzuhören. Geht das Schritt für Schritt?

Dazu möchte ich Ihnen nicht raten. Viele Raucher, die an Entwöhnungsprogrammen teilnahmen, empfanden eine schrittweise Reduktion eher schwerer als leichter. Auch die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: 80 Prozent der Ex-Raucher wurden mit der "Schlusspunkt-Methode" zu Nichtrauchern.

Wie funktioniert die Schlusspunkt-Methode?

Sie legen in den nächsten zehn Tagen Ihren "Stopp-Tag" fest. Wir können Sie gern an diesem Tag anrufen und Sie telefonisch bei der Entwöhnung begleiten. Das kostet Sie nichts. (Anmeldung bei der BZgA-Raucherentwöhnung). Schaffen Sie vor diesem Tag alle Rauchutensilien aus der Wohnung. Wenn Sie möchten, können Sie Garderobe und Raumtextilien waschen, damit der Qualmgeruch verschwindet.

Kann man etwas tun, damit die Entwöhnung leichter fällt?

Ja, machen Sie sich bewusst, in welchen Situationen Sie rauchen. Solche Situationen sollten Sie in der Entwöhnungsphase bewusst vermeiden oder verändern. Rauchen Sie zum Beispiel immer zum Kaffee, dann sollten Sie dieses Ritual - so sehr Sie es auch lieben - bewusst durchbrechen. Steigen Sie in der ersten Zeit als Nichtraucher vielleicht auf schwarzen Tee oder Kakao um. Sie können auch den Platz verändern und die Tasse austauschen. Wenn Sie nicht vom Kaffee lassen können, dann konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf das Aroma des Kaffees, das Sie als Nichtraucher viel intensiver als vorher schmecken werden.

Was wäre denn ein guter Termin fürs Aufhören: ein normaler Arbeitstag oder lieber das Wochenende?

Ein stressfreier Tag ist besser - zum Beispiel ein Urlaubstag oder der erste Tag des Wochenendes.

Sollte ich meiner Familie, Freunden und Kollegen sagen, dass ich mit dem Rauchen aufhören will?

Ja, teilen Sie Ihren Vorsatz, Nichtraucher zu werden, möglichst vielen Menschen in Ihrer Umgebung mit! Bitten Sie sie, Sie auf Ihrem Weg zum Nichtraucher zu unterstützen. Wenn es Ihnen hilfreich erscheint, können Sie mit den informierten Personen auch eine Wette abschließen - ein Motivationsfaktor mehr.

Ich will ja eigentlich nicht mehr rauchen, aber ich brauche die Zigarette, um mich am Computer zu konzentrieren!

Rauchen bewirkt durch die Freisetzung des Botenstoffs Noradrenalin zunächst wirklich eine höhere Aufmerksamkeit. Die Wirkung des Noradrenalins lässt aber schnell wieder nach, die Konzentration wird dann sogar schwächer. Und bald da rauf beschäftigt Sie wieder der Gedanke an die nächste Zigarette und lenkt Sie von der Arbeit ab.

Ich rauche nicht viel, aber nach den Mahlzeiten bleibe ich gern noch sitzen und genieße die Zigarette. Was könnte ich stattdessen tun?

Bleiben Sie nicht am Tisch sitzen, stehen Sie sofort auf, spülen das Geschirr, machen einen Spaziergang oder Sie vertiefen sich lieber in spannende Lektüre, in Ihre Lieblings-CD oder in ein Fotoalbum. Überlegen Sie, welche Varianten für Sie passen und schreiben Sie sie auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Ich habe schon einmal aufgehört zu rauchen, aber irgendwann war das Verlangen nach einer Zigarette so stark, dass ich wieder anfing. Was macht man in solchen Momenten?

Zuerst einmal sollte man sich ganz in Ruhe klarmachen, dass diese Verlangensattacken bald wieder vorüber sind. Sie dauern in der Regel maximal zehn Minuten. Um diese zu überstehen, gibt es verschiedene Methoden: Mancher putzt sich die Zähne, mancher zieht Luft durch einen kurz geschnittenen Strohhalm, mancher greift zu Gummibärchen oder Kaugummi. Hilfreich ist auch oft, das Fenster weit zu öffnen und zehnmal ganz tief durchzuatmen. Dabei kann man versuchen, doppelt so lange aus- wie einzuatmen.

Was hilft starken Rauchern bei der Entwöhnung?

Nichtraucher-Kurse erhöhen laut Statistik die Chance, für immer vom Glimmstängel loszukommen, Adressen unter anbieter-raucherberatung.de. Die meisten Krankenkassen zahlen die Gebühren anteilig oder ganz.

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