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Kriminalität : Geldwäsche: Zahl der Fälle verdoppelt

vom
Aus der Onlineredaktion

408 Verdachtsmeldungen von Banken in Mecklenburg-Vorpommern

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 06:00 Uhr

Die Zahl der Verdachtsfälle auf Geldwäsche in Mecklenburg-Vorpommern steigt rasant. 408 Fälle wurden laut Landeskriminalamt den Ermittlungsbehörden im vergangenen Jahr gemeldet. Das entspricht einer Steigerungsrate im Vergleich zum Vorjahr von 40 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2012 hat sich die Zahl sogar mehr als verdoppelt. „Der Großteil der Meldungen kommt von Banken und Sparkassen“, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Den Anstieg erklärt das LKA damit, dass die Kontrollmechanismen zur Geldwäscheprävention und -bekämpfung in den letzten Jahren verbessert wurden. Das Geldwäschegesetz ist erst im Februar dieses Jahres erneut verschärft worden.

Die Zahl der eingeleiteten Verfahren ist in den vergangenen fünf Jahren ebenfalls deutlich gestiegen. 189 Verfahren gab es im vergangenen Jahr, 2012 waren es noch 128.

Im Zuge der Ermittlungen konnten laut LKA Vermögenswerte von 802 500 Euro im Jahr 2016 sichergestellt werden – das Achtfache des Vorjahres. Als Geldwäsche wird die illegale Einschleusung kriminell erworbenen Geldes – etwa durch Schutzgelderpressungen oder Drogengeschäfte – in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf bezeichnet.

An Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste wurden in den 90er-Jahren und danach mehrstellige Millionenbeträge mit dem Kauf von Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten gewaschen. So sollte der Immobilienhändler Gerardo Russo aus dem italienischen Francavilla Fontana in Rostock für die Organisation Sacra Corona Unita für eine hohe Summe Häuser und Grundstücke kaufen. Er veruntreute das Geld und wurde im Dezember 1995 in einem Rostocker Lokal von einem Auftragskiller erschossen.

Kein Einzelfall. In der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage im Landtag heißt es: „Der Landesregierung ist bekannt, dass Gefahren für Geldwäschehandlungen in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel mit dem Erwerb hochpreisiger Immobilien in herausragenden Lagen bestehen.“

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 40    690 Verdachtsmeldungen nach dem Geldwäschegesetz gemeldet. Dabei konnten Vermögenswerte von etwa 69, 8 Millionen Euro sicher gestellt werden. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

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