Rettungswagen-Unfall : Geldstrafe für Fahrer

Für die Patientin im Wagen endete der Unfall tödlich.
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Für die Patientin im Wagen endete der Unfall tödlich.

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25. November 2014, 20:19 Uhr

Für einen tödlichen Unfall mit einem Rettungswagen hat das Amtsgericht Parchim den Fahrer des Wagens zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt. Richter Kai Jacobsen sprach den 27-Jährigen am Dienstag der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig. „Sie haben mit abenteuerlicher Sorglosigkeit gehandelt“, erklärte Jacobsen.

Der Fahrer war bei einer Rettungsfahrt bei Sturm am 6. Dezember 2013 südlich von Plau (Kreis Ludwigslust-Parchim) von der Straße abgekommen und gegen eine Baumgruppe geprallt. Eine 82-jährige Patientin starb. Ein Rettungssanitäter und der Notarzt wurden schwer verletzt. Der Notarzt sitzt seither im Rollstuhl und verlangt eine Entschädigung. An dem Unfalltag herrschte der Wintersturm „Xaver“, der starke Böen und Schnee brachte. „Es war ein tragischer Unfall, der durch menschliches Versagen verursacht wurde“, erklärte der Richter. Eine Sturmböe sei aber nicht Schuld am Unfall gewesen, wie der Fahrer behauptet hatte. Das Fahrzeug war bei glatter Fahrbahn mit 104 km/h unterwegs, wo 70 km/h erlaubt waren– und hatte noch zwei Lastwagen überholt. Außerdem sorgten „unglückliche Umstände“ für die tödlichen Verletzungen der Patientin. So war die Frau nur mit drei statt vier vorgeschriebener Gurte gesichert. Beim Unfall fehlte der Schultergurt, der das Durchrutschen der Frau verhindert hätte.

Das derzeitige Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

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