Geldsegen für Alt Krüssower Wallfahrtskirche

<strong>Die Wallfahrtskirche </strong>aus dem 16. Jahrhundert kann nun endlich gründlich saniert werden. Foto: Privat
Die Wallfahrtskirche aus dem 16. Jahrhundert kann nun endlich gründlich saniert werden. Foto: Privat

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27. Juli 2012, 10:05 Uhr

Alt Krüssow | Der Pritz walker Ortsteil Alt Krüssow hat nur rund 100 Einwohner und dennoch pilgern jedes Jahr Hunderte hierher. Der Grund ist die Wallfahrtskirche, die eigentlich viel zu mächtig wirkt für das kleine Dorf.

Doch die Kirche ist marode und sanierungsbedürftig. Rettung ist in Sicht in Form eines Schecks über 70 000 Euro. Das Geld stammt aus dem Denkmalschutz-Programm des Bundes, für das sich der Förderverein beworben hatte. Dass "ihre" Kirche ausgewählt worden ist, freut nicht zuletzt den Fördervereinsvorsitzenden Uwe Dummer: "Wir sind überglücklich, dass wir nun mehr machen lassen können, als die üblichen Sicherungsmaßnahmen."

Es ist vor allem das Dach, das neu gedeckt werden müsse, "es treibt allmählich auseinander. Dadurch sind Risse an der Außenmauer entstanden und diese drücken nach außen", beschreibt Dummer das Szenario. Insgesamt konnte der Verein eine Summe von 170 000 Euro aufbringen. 30 000 Euro investierte der Kirchenkreis, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Förderverein beteiligen sich gleichermaßen.

Das Holz für die Dachkonstruktion ist zum Teil so alt wie die Kirche selbst, nämlich knapp 500 Jahre. "Die Balken, die noch recht gut erhalten sind, werden ausgebessert, die anderen ausgetauscht", so Dummer und dankt in Gedanken den Handwerkern von damals: "Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet", so Dummer.

Seit Gründung des Vereins 2003 sind die Ostfenster wiederhergestellt worden, der Ostgiebel ist komplett saniert und zuletzt das Kapellendach gesichert worden. Mit dem unerwarteten Geldsegen können nun größere Maßnahmen umgesetzt werden. "Für das kleine Dorf ist das eine Aufwertung ohnegleichen", macht Dummer deutlich. Bis heute empfängt er mehrere Busunternehmen zum Teil aus Oranienburg und Berlin. Sie sind Pilger in der modernen Variante.

Die Geschichte des Bauwerkes beginnt im 16. Jahrhundert. Der Havelberger Bischof Johann von Schlabrendorff (1501 bis 1520) stiftete die Kirche, geweiht wurde sie im Todesjahr des Würdenträgers. Das Gotteshaus wurde als stattlicher Saalbau mit fast quadratischer Kapelle an der Nordseite erbaut. Die Größe des Gebäudes lässt sich auf die ursprüngliche Funktion als Wallfahrtsort zurückführen. Denn es gebe Hinweise darauf, dass sich hier einst Reliquien von Heiligen befunden haben müssen.

Jährlich strömten tausende Pilger aus Pommern in Richtung Jakobsweg über Alt Krüssow, die Blütezeit wird um das Jahr 1563 datiert. "In der Kirche wird die Heilige Anna verehrt. Sie ist die Großmutter von Jesu", erklärt Dummer die Einzigartigkeit der Kirche. Davon zeugen verschiedene Altare.

Die Geschichte wird für Besucher am Tag des offenen Denkmals am 9. September erlebbar. "Wir wollen dann Führungen durch den neuen Dachstuhl anbieten", beschreibt der Vereinsvorsitzende eine erste Idee.

Bis dahin rechnet er damit, dass die Sanierungsarbeiten so gut wie abgeschlossen sein werden.

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