Massenkarambolage auf A19 : Geldbuße abgelehnt

Nach dem Unfall auf der A 19
Nach dem Unfall auf der A 19

Vom Hauptgutachten der Dekra war Klarheit über den Hergang der Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 im April 2011 erwartet worden. Doch der erste Teil des Gutachtens konnte dies noch nicht leisten.

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10. Juni 2015, 20:42 Uhr

Im Rostocker Prozess um die Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 haben die Dekra-Gutachter mit der Vorstellung des ersten Teils ihres Hauptgutachtens begonnen. Dabei schilderten sie gestern im Amtsgericht zunächst, wie mehrere Autos zu Beginn der Karambolage ineinander fuhren oder wie einer der beteiligten Wagen unter einen Sattelaufleger geschoben wurde. Eine direkte Aussage zum Unfallgeschehen, in das die 54-jährige angeklagte Brandenburgerin verwickelt war, ließ sich aus Sicht ihres Verteidigers nicht entnehmen.

Die Gutachter machten in ihrem Vortrag jedoch klar, wie komplex das Geschehen an diesem 8. April 2011 südlich von Rostock war. Innerhalb kürzester Zeit prallten die Autos teils mehrmals aufeinander. An dem Unfall waren mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt, acht Menschen starben.

Am kommenden Mittwoch soll nun im Gericht die Zeit des Unfalls aufgearbeitet werden, in der die Angeklagte in den Sandsturm hineinfuhr. Dabei ist sie laut Anklage auf ein Auto aufgefahren, in dem ein Ehepaar starb.

Wie der Verteidiger gestern sagte, kam vom Gericht zwischenzeitlich das Angebot, den seit Januar laufenden Prozess gegen die Zahlung einer Geldbuße von maximal 3000 Euro einzustellen. Die Angeklagte hätte dem zugestimmt. Das hätte ihre Lebenssituation erheblich verbessert, da sie bei dem Unfall selbst schwerste Verletzungen erlitten hatte und noch darunter leide.

Allerdings hatte die Staatsanwältin die Einstellung abgelehnt. Wie sie gestern sagte, ist dies bei dem jetzigen Stand des Verfahrens nicht angezeigt. Die Einstellung setze eine geringe Schuld voraus. „Die vermag ich hier nicht zu erkennen.“ 

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