Schwerin : Geld in Kitas geklaut: Diebin sitzt in Haft

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Mutter mit Kind machte seit Juni Schweriner Kindergärten und Schulen unsicher

svz.de von
19. September 2017, 20:55 Uhr

Mehr als drei Monate lang ging eine Frau in Schweriner Kindergärten und Schulen auf Diebestour. Jetzt ist sich die Polizei sicher: „Die Schweriner Kitas können aufatmen. Die dreiste Diebin ist gefasst.“

Die Masche war immer die selbe: In Begleitung eines Kleinkindes ging eine Frau in eine Kita oder Schule in der Landeshauptstadt, erkundigte sich nach freien Kita-Plätzen oder der Sozialpädagogin der Schule. In mehr als zehn Fällen verließ sie diese Einrichtungen aber nicht nur mit Informationen, sondern auch mit Bargeld und EC-Karten, die Personal und Schüler später als gestohlen meldeten. Wie viel Geld insgesamt erbeutet wurde, darüber konnte die Polizei keine Auskunft geben.

Schlank, sportlich, selbstbewusst, etwa 1,70 Meter groß und lange schwarze Haare – so umschrieben die Zeugen die Frau, die die Polizei seit Juni suchte. Und eine Frau, auf die eben diese Beschreibung genau passte, tauchte am Montag mittag in der Kita am Friedensberg im Schweriner Stadtteil Lewenberg auf. Als sie weg war, informierten die Mitarbeiterinnen sofort die Polizei. „Die präzise Personenbeschreibung führte letztlich zum Ergreifen einer 34-jährigen Schwerinerin in der Ludwigsluster Chaussee“, sagt Steffen Salow von der Polizeiinspektion Schwerin.

Die Tatverdächtige war mit dem Rad unterwegs, ihre eineinhalbjährige Tochter saß im Kindersitz. Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus, dass gegen die Frau bereits ein Haftbefehl wegen einer anzutretenden Ersatzfreiheitsstrafe vorlag. Noch am gleichen Tag wurde die 34-Jährige in die Justizvollzugsanstalt Bützow gebracht. Zusätzlich ermittelt die Kriminalpolizei weiter gegen die Tatverdächtige wegen Diebstahls in den Kitas und Schulen. Das Kind wurde zum Vater gebracht. „Der schien sichtlich überrascht“, so Salow.

Im Jahr 2016 wurden in MV 39  400 Diebstähle registriert. Seit Jahren sinkt die Zahl der erfassten Fälle kontinuierlich. So waren es 2007 noch 63  600 gemeldete Delikte. Die Abnahme geht auch auf Veränderungen im Anzeigeverhalten zurück. Der Handelsverband Nord beklagt seit Jahren, dass Ladendiebstähle immer seltener zur Anzeige und so auch nicht in die Statistik kommen, weil Aufklärungsquote und Strafmaß oft nicht den Erwartungen der betroffenen Einzelhändler entsprechen.

Beim Taschendiebstahl ist dagegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 834 Fälle waren es 2016 – zehn Fälle mehr als noch ein Jahr zuvor. 64 Tatverdächtige wurden gefasst. Die Aufklärungsquote ist mit knapp neun Prozent sehr gering.

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