Förderung MV : Geld aus Vorpommern für Anastacia

Geldgeber Dahlemann: „Tolle Sänger – ich hoffe, dass ich es schaffe, selbst mit dabei zu sein.“  

Geldgeber Dahlemann: „Tolle Sänger – ich hoffe, dass ich es schaffe, selbst mit dabei zu sein.“

 

 

Staatssekretär Dahlemann holt die Superstars in den Osten des Landes – mit 30.000 Euro Fördergeld vom Land

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20. November 2017, 20:45 Uhr

Die amerikanische Popsängerin Anastacia – mit einem geschätzten Vermögen von 40 Millionen Dollar – darf sich auf Fördergelder aus dem Vorpommern-Fonds des Landes freuen. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, will im kommenden Jahr das Konzert von Anastacia im Juni in Greifswald, das von Adel Tawil im August in Wolgast sowie Veranstaltungen anderen bekannter Stars mit insgesamt 30 000 Euro aus dem von ihm verwalteten Vorpommern-Fonds sponsern. „Tolle Sänger – ich hoffe, dass ich es schaffe, selbst mit dabei zu sein“, schreibt Dahlemann in seiner Pressemitteilung.

Der Vorpommern-Fonds mit zwei Millionen Euro jährlich war im Sommer dieses Jahres vom Finanzausschuss des Landtages genehmigt worden. Das erklärte Ziel des Fonds: die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die regionale Identität im Landesteil Vorpommern zu stärken.

Bereits im zu Ende gehenden Jahr sind laut Staatskanzlei insgesamt 30 000 Euro aus dem Fond unter anderem für Konzerte von Sarah Connor in Wolgast und Matthias Reim in Greifswald geflossen.

Der Steuerzahlerbund hat dafür kein Verständnis. „Mit nachhaltiger Strukturförderung hat das nichts zu tun“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Steuerzahlerbundes, gegenüber unserer Redaktion. Bei den Konzerten handele es sich um kommerzielle Veranstaltungen, die sich selbst tragen müssen. Holznagel weiter: „Da heißt es immer, es fehle Geld für Kitas und Schulen und hier werden Zehntausende Euros für Schlagerstars ausgegeben.“ Der Landtag sollte die Richtlinien für die Vergabe der Fördergelder aus dem Vorpommern-Fonds überprüfen.

Scharfe Kritik kam auch von der Opposition. „Anstatt kommerzielle Popkonzerte zu subventionieren, sollten die Mittel unterfinanzierten Kulturträgern zur Verfügung gestellt werden“, so die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva-Maria Kröger. Lokale Kulturprojekte seien für die Attraktivität des ländlichen Raumes nachhaltig und identitätsstiftend. „Sie könnten das Geld besser gebrauchen als die Großverdiener des Musik-Business“, meinte Kröger.

Das sieht Patrick Dahlemann allerdings anders: „Diese Konzerte sind eine riesige Image-Maßnahme für Vorpommern.“

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