5,6 Prozent mehr für Angestellte : Gehaltspoker für Beamte

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Die Staatsdiener in MV können auf 5,6 Prozent höhere Einnahmen hoffen. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich am Sonnabend darauf verständigt, dass Angestellte im öffentlichen Dienst mehr Geld erhalten.

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11. März 2013, 06:47 Uhr

Schwerin | Erst die Angestellten, jetzt die Landesbeamten: Die Staatsdiener in Mecklenburg-Vorpommern können auf 5,6 Prozent höhere Einnahmen hoffen. Nach dem Tarifabschluss für die 24800 Angestellten im Landesdienst vom Wochenende fordern die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine schnelle Übernahme des Abschlusses auch für Beamte. Der am vergangenen Samstag nach harten Ringen erzielte Abschluss müsse Zeit- und inhaltsgleich übertragen werden, forderte Frank Schischefsky, Sprecher des Verdi-Landesbezirks Nord gestern. Beamte dürften nicht schlechter gestellt werden und von der Einkommensentwicklung abgehängt werden. Die Gewerkschaft der Polizei hat das Land in einem Schreiben an Finanzministerin Heike Polzin (SPD) aufgefordert, den Abschluss zu übernehmen.

Verdi und die Länder hatten sich am Samstag darauf verständigt, die Gehälter für die Angestellten im öffentlichen Dienst in zwei Stufen binnen zwei Jahren um 5,6 Prozent zu erhöhen. Zunächst steigen die Gehälter rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent. Vom 1. Januar 2014 an folgt eine weitere Erhöhung um 2,95 Prozent. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 6,5 Prozent über eine Laufzeit von maximal ein Jahr gefordert.

Die öffentlichen Arbeitgeber dämpfen indes die Erwartungen: Die 13 900 Beamten des Landes Mecklenburg-Vorpommern kommen nicht automatisch in den Genuss der jüngsten Tariferhöhungen für den Öffentlichen Dienst. Eine Übertragung des Abschlusses werde Gegenstand von Verhandlungen sein, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Schwerin gestern. Andere Länder sind da weiter: Hamburg und Bayern haben bereits angekündigt, den Abschluss zeitgleich auf seine Beamten übertragen zu wollen. Andere Länder erwägen hingegen deutliche Abschläge für Staatsdiener, Rgeinland-Pfalz will die Bezüge jeweils nur um ein Prozent erhöhen.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht Druck aufs Land: Gleiche Bezahlung der Lehrer an allen Schulenarten, forderte GEW-Landeschefin Annett Lindner gestern noch einmal. der Forderung hatten sich die Länder bislang verweigert. Lindner schloss in unserer Zeitung weitere Lehrerstreiks nicht aus.

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