Sichere Autobahnen : Gegen Falschfahrer besser gerüstet

Gebogene Einfahrt-verboten-Schilder sollen das falsche Auffahren auf die Autobahn verhindern.
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Gebogene Einfahrt-verboten-Schilder sollen das falsche Auffahren auf die Autobahn verhindern.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen gebogene Schilder und mehr Pfeile für Orientierung an Autobahnauffahrten sorgen

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14. Juli 2014, 20:58 Uhr

Die Autobahnen in Mecklenburg-Vorpommern sind verkehrstechnisch besser gegen Falschfahrer gesichert. Dabei sollen größere und gebogene „Einfahrt-verboten-Schilder“, Pfeile auf den Straßen und sogar Rüttelstreifen zwischen Auf- und Abfahrten helfen, schwere Unfälle durch Geisterfahrer zu verhindern, sagte gestern Andreas Piske, Leiter der Autobahnmeisterei Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte).

Zwischen Elbe und Oder gibt es laut Schweriner Verkehrsministerium 47 Autobahnauffahrten, wobei die Anschlussstellen an den Autobahnen 11, 14, 20 und 24 bereits komplett umgerüstet wurden. Ab Malchow nach Norden entlang der Autobahn 19 Berlin-Rostock begannen gestern die letzten Markierungsarbeiten. „Falschfahrten sind seltene Ereignisse, die jedoch häufig katastrophale Folgen mit Schwerstverletzten und Todesfällen haben. Daher investieren wir viel in die Verkehrssicherheit“, erklärte Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) in Schwerin. Es gebe aber keine hundertprozentige Sicherheit. Wo es geht, werde die technische Unterstützung der Kraftfahrer verbessert. Dabei kommen jetzt 75 Zentimeter große und gebogene „Einfahrt-verboten-Schilder“ statt ihrer bisher 60 Zentimeter großen, flachen Vorgänger zum Einsatz. „Das Konzept wurde mit dem Autoclub ADAC abgestimmt“, erklärte Piske. So werden auf Zubringerstraßen speziell Spuren für Linksabbieger zusätzlich markiert sowie neue Fahrtrichtungspfeile auf dem Belag der Zu- und Abfahrten installiert.

Die vom ADAC geforderten gelben „Stopp-Falsch-Schilder“ mit einer überdimensionalen Hand, die in Österreich und Bayern üblich sind, kämen in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht zum Einsatz, hieß es in Schwerin. Die gesamte Umrüstung kostet rund 600 000 Euro, bis zu 15 000 Euro pro Anschlussstelle. Sie soll bis August abgeschlossen sein. Die Fahrbahnmarkierungen werden laut Ministerium so gearbeitet, dass sich beim Überfahren dieser Linien ein deutlich im Fahrzeuginneren hörbarer Dröhneffekt ergibt.

Geisterfahrer verursachen immer wieder schwere Unfälle auf den Autobahnen. Laut ADAC werden jährlich etwa 1900 Falschfahrer gemeldet, bei Unfällen kommen pro Jahr etwa 20 Menschen durch Falschfahrer in Deutschland ums Leben.

In Mecklenburg-Vorpommern starb im Februar 2013 eine 72 Jahre alte Autofahrerin, nachdem sie falsch bei Schwerin auf die Autobahn 14 gefahren und mit einem Auto kollidiert war.

Im September vergangenen Jahres stellte sich ein 85 Jahre alter Geisterfahrer in Rostock. Er war zwei Tage vorher auf der A 20 auf der falschen Seite in Richtung Rostock gefahren, wobei ein entgegenkommendes Auto aus Hamburg dem Falschfahrer auswich, sich überschlug und beide Insassen verletzt wurden.


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