Umweltschutz : Gegen Dünger im Wasser

Ein Flüssigdungstreuer auf einem Feld
Ein Flüssigdungstreuer auf einem Feld

Grüne fordern Maßnahmen gegen hohe Nitrateinträge in Grundwasser / Backhaus: „Keine akute Gefahr“

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12. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Die Grünen haben von Bund und Land wirkungsvolle Maßnahmen zur Begrenzung der Nitrateinträge in Flüsse und Grundwasser gefordert. An 48 Grundwassermessstellen in Mecklenburg-Vorpommern und damit etwa an jeder sechsten im Land seien Überschreitungen des Grenzwertes von 50 Milligramm je Liter registriert worden. Trotz insgesamt leicht rückläufiger Nährstoffbelastungen „blinkt die Alarmlampe beim Nitrat nach wie vor Rot“, sagte die Grünen- Abgeordnete Ursula Karlowski gestern im Schweriner Landtag unter Hinweis auf Gesundheitsrisiken vor allem für Kleinkinder.

Im menschlichen Körper kann Nitrat nach Expertenangaben zu Nitrit umgewandelt den Sauerstofftransport im Blut blockieren und als Nitrosamine Krebs begünstigen.

Karlowski forderte striktere Vorgaben bei Düngemitteln, die als wesentliche Ursache für die Nitratanreicherung im Grundwasser angesehen wird. Nach ihren Angaben werden  im Nordosten 85 Prozent des Trinkwassers aus tiefen Schichten gewonnen.

Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) räumte in der Debatte örtlich überhöhte Nitratbelastungen ein, warnte aber vor Panikmache. Mecklenburg-Vorpommern könne täglich aus einem riesigen Reservoir von 7,7 Millionen Kubikmetern Grundwasser schöpfen, das bislang nur zu neun Prozent ausgeschöpft werde. Das Wasser werde aufbereitet und nur dann in die Netze eingespeist, wenn es allen Vorschriften entspricht. „Vom Grundwasser zum Trinkwasser sind es mehrere Schritte. Wichtig ist, was aus dem Hahn kommt. In Mecklenburg-Vorpommern wird Trinkwasser in allerhöchster Qualität angeboten“, versicherte der Minister.

Die Landwirtschaft sei jedoch aufgefordert, Düngemittel „bedarfsorientiert und umweltschonend einzusetzen“, sagte Backhaus. Er sprach sich für eine Änderung der Düngeverordnung aus, in Deutschland das Hauptinstrument zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie. So sollen Stickstoffdüngungen künftig vom 1. Oktober bis zum 31. Januar untersagt werden, einen Monat länger als bisher. Damit einher gehe, dass Agrarbetriebe ihre Güllelager erweitern müssten, sagte Backhaus.

Nach seinen Angaben läuft wegen mangelhafter Umsetzung der EU- Nitratrichtlinie gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren. „Wir drängen den Bund, hier auch konsequent vorzugehen. Einerseits zum Wohle der Umwelt, andererseits, um erhebliche Strafzahlungen in mehrstelliger Millionenhöhe gegen Deutschland abzuwenden“, sagte der Minister.  

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