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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 03:06 Uhr

Gefühlvolles oder lieber Spannendes?

vom

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erstellt am 03.Jul.2013 | 09:51 Uhr

Ein Buch gehört unbedingt ins Urlaubsgepäck. Doch was soll man auswählen? Am bestens berät sich der Bücherfreund mit einem Fachmann, mit dem Buchhändler seines Vertrauens. Wir haben in einigen Buchhandlungen nachgefragt: Was haben Sie gerade gelesen, was können Sie empfehlen?

Karin Dettmers von der Schweriner Hugendubel-Buchhandlung lobt den Krimi "Die Toten, die niemand vermisst" von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt (Rowohlt, 14,99). In den Bergen von Jämtland stürzt eine Wanderin ab. Sie fällt tief, und dann folgt der Schreck: Aus der Erde vor ihr ragen die Knochen einer Hand. Die Polizei vor Ort birgt sechs Leichen, alle per Kopfschuss getötet. Stockholm wird um Verstärkung gebeten. "Der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman ist ein Romanheld, der den Leser fasziniert. Die Geschichte ist überaus spannend und richtig gut konstruiert", sagt Karin Dettmers.

Wem der Sinn nach einer großen Lebens- und Liebesgeschichte steht, für den sollte der Roman "Immer wieder das Meer" (DVA, 19,99 Euro) von Natasa Dragnic das Richtige sein. Ein Dichter lernt drei Frauen kennen. Sie sind Schwestern und wissen nicht, dass der Mann zu jeder von ihnen eine intime Beziehung hat. Eine wird er am Ende heiraten. Ein wundervoller, stimmungsvoller Roman voller Glücks- und Trauermomente. "Dragnic hat eine tolle Art, Schicksale zu beschreiben", so Karin Dettmers.

Constanze Herder von der Weimann-Buchhandlung in Güstrow ist ganz begeistert von dem Roman "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes (Rowohlt, 14,99 Euro). Sie meint: "Herzzerreißend schön, das beste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe." In der Geschichte prallen zwei Welten aufeinander. Als die einfache Kellnerin Louisa Clarks ihren Job verliert, muss sie neue Arbeit finden. Sie wird Pflegehelferin bei dem querschnittsgelähmten Will Traynor. Doch die Aufgabe hat es in sich: Der 35-jährige Ex-Unternehmer gibt sich noch ein halbes Jahr Zeit, dann will er seinem Leben ein Ende bereiten - in einer Schweizer Klinik mittels Sterbehilfe. Ausgerechnet Louisa, deren kreativer Ehrgeiz sich auf ihren Kleiderschrank zu beschränken scheint, will ihm neuen Lebensmut spenden.

Den Freunden des historischen Krimis empfiehlt Constanze Herder "Skandal um Nante Büsch" von Rita Gralow, es geht um Bankrott und falsche Funde aus dem Pfahlbau von Wismar (Gralow-Verlag, 13,99 Euro).

Gabriele Paul, Buchhändlerin in Ludwigslust, hat gerade "1813 - Kriegsfeuer" von Sabine Ebert gelesen (Knaur, 24,99 Euro). Der historische Roman erzählt vom Frühjahr 1813: Europa stöhnt unter Napoleons Herrschaft. Nach der dramatischen Niederlage der Grande Armée gehen Preußen und das Zarenreich zum Gegenangriff über. Im ausgebluteten Sachsen müssen die Menschen Entscheidungen treffen, die ihr Leben unwiderruflich verändern werden. "Das Buch kann ich jedem empfehlen. Es ist großartig geschrieben, faktenreich und exakt recherchiert und voller bewegender Schicksale."

Die Ludwigsluster Sozialpädagogin Birgitt Flögel hat den Roman "Mütter" geschrieben, auf den Gabriele Paul aufmerksam machen möchte. Er erschien im Hess-Verlag (18,90 Euro) und erzählt die Geschichte von fünf Frauen. Marita reist mit ihrer Mutter Erika gemeinsam nach Tschechien. Sie möchte noch einmal die Orte ihrer Kindheit im ehemaligen Sudetenland aufsuche. Unterschiedliche Erinnerungen werden wach. Marita hat die Präsenz alter Wunden unterschätzt. "Eine liebevoll erzählte Geschichte, die zeigt, was Frauen seit Generationen verbindet", sagt Gabriele Paul.

Manfred Kieper, Chef der "anderen Buchhandlung" in Rostock, empfiehlt den Roman "In Bedrängnis" von Richard Hughes (Dörlemann, 19,90 Euro). Der Dampfer "Archimedes" verlässt an einem schönen Herbsttag den Hafen von Norfolk, Virginia, um durch den Panamakanal nach China zu fahren. Seine Ladung besteht aus Tabak und Altpapier. Doch kaum erreicht er die karibischen Inseln, gerät das Schiff durch einen unerhörten Sturm in schwerste Bedrängnis. Während vier Tagen kämpfen Captain Edwardes und seine Mannschaft um ihr Leben. "Die 30er-Jahre: ein Schiff, die Karibik, ein Hurrikan, eine Meuterei. Männer kämpfen gegen die Naturgewalten. Ein gewaltiger Roman", urteilt Kieper.

Lesenswert ist auch der Kriminalroman "Leichendieb" von Patricia Melo (Tropen, 18,95 Euro). Es geht um ein Päckchen Kokain, das neben der Leiche eines jungen Mannes liegt. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. "Mehr als ein Krimi aus Brasilien, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse 2013. Schräg, spannend, witzig."

Einen anrührenden Liebesroman legt Karin Steinberg von der Buchhandlung "Lesezeichen" aus Wittenberge nicht nur den Leserinnen ans Herz. "So lange am Himmel Sterne stehen" von Kristine Harmel (Blanvalet, 8,99 Euro). Rose McKenna erinnert sich an die Menschen, die sie liebte. Sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das Paar denken, das sich einst die Liebe versprach, 1942 in Paris. Sie bittet ihre Enkelin, nach Frankreich zu reisen. "Hope erfährt dort von einer großen Liebe, das Buch ist schön geschrieben und sehr spannend", sagt Karin Steinberg.

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