Landwirtschaft : Geflügelpest verursachte Kosten von 1,2 Millionen Euro

23-85712130.JPG

Die Geflügelpest wütete in diesem Winter besonders schlimm. Alleine in MV fielen Kosten in Millionenhöhe an. Mit einer Arbeitsgruppe will sich das Land besser für künftige Ausbrüche wappnen.

von
29. Juni 2017, 06:00 Uhr

Die Geflügelpest in diesem Winter hat Kosten in Millionenhöhe verursacht. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bezifferte den Wert der getöteten Tiere sowie die Kosten für das Töten und Entsorgen auf 1,23 Millionen Euro. Diese Kosten würden zu je 50 Prozent durch die Tierseuchenkasse und das Land getragen, sagte Backhaus am Mittwoch in Rostock bei der Vorstellung des Verbraucherschutzberichts 2016. Alleine bei den beiden großen betroffenen Betrieben in Schwanheide mit Legehennen und in Fäsekow mit Mastputen fielen 1,15 Millionen Euro an. Trotzdem sagte Backhaus mit Blick auf die Schäden in anderen Bundesländern: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Als Folge des bislang aggressivsten Geflügelpestgeschehens in Deutschland und der ganzen Welt sei unter Führung seines Ministeriums eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, sagte Backhaus. Die Experten sollen sich um die Aufstallung des Geflügels, die Anpassung der Risikogebiete oder den Umgang mit Ausstellungen und Märkten kümmern. Landkreise können Risikogebiete selbst festlegen.

Das Land möchte den Tierhaltern helfen, Biosicherheitslücken zu schließen. Bis Oktober sollen Sicherheitskonzepte in gewerblichen Betrieben zur Haltung von Puten, Legehennen, Enten, Gänsen und Laufvögeln sowie zur Aufzucht von Legehennen auf Schwachstellen überprüft werden. Auch Zoos sollen kontrolliert werden.

Die Veterinärämter werden in Kürze mit den Kontrollen beginnen, bis Mitte Oktober sollen die Überprüfungen aller Betriebe abgeschlossen sein, kündigte Backhaus an. „Wir waren aber bei den veterinärhygienischen Maßnahmen in Deutschland schon einmal viel weiter“, erinnerte der Minister. Zu DDR-Zeiten habe es in den Ställen ein sehr strenges Regime gegeben. „Da möchte ich gerne wieder hinkommen.“

Beim Thema „Wolf“ forderte Backhaus eine Versachlichung der Diskussion. „Auch der Wolf hat das Recht, in Mecklenburg-Vorpommern zu leben.“ Er habe jedoch ein großes Interesse daran, dass das Sicherheitsbedürfnis der Menschen befriedigt ist. Für den Herbst erwarte er neue Daten zur Ausbreitung der Wolfspopulationen. In Deutschland leben etwa 50 Rudel, im Nordosten drei. Die Tiere verbreiteten sich schneller als viele erwartet haben. 

Backhaus sagte zu, dass eingegriffen werden wenn es zu Auffälligkeiten kommt. Notfalls müssten ganze Rudel aus der Population genommen werden. Auffällige Tiere seien solche, die beispielsweise zweimal in umzäunten Bereichen Tiere gerissen hätten. Auch solche Tiere, die in Wohngegenden Mülleimer leerten, gehörten dazu.

Seit 2007 seien im Land 63 Schadensfälle registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Insgesamt seien 251 Tiere getötet und 94 Tiere verletzt worden. In der großen Mehrzahl handelte es sich dabei um Schafe. Das Land habe Schäden in Höhe von 57 000 Euro ausgeglichen. Präventionsmaßnahmen seien seit 2013 mit 287 000 Euro gefördert worden.

Im im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) sind laut Ministerium im Jahr 2016 mehr als 680 000 Proben analysiert und ausgewertet worden. Den weitaus größten Anteil machte die Tierseuchendiagnostik mit rund 628 000 Proben aus. Ein weiterer Schwerpunkt war die Lebensmittelanalytik. Von den rund 8200 Lebensmittelproben wiesen etwa 1000 (13,5 Prozent) Mängel auf. Zwei Drittel davon betrafen die mangelhafte Kennzeichnung, wie fehlende Angaben zu Zusatzstoffen wie Konservierungsmittel, Farbstoffe und Süßungsmittel. Amtschef Frerk Feldhusen sagte, die Qualität der Lebensmittel sei hervorragend. Beanstandungen gebe es überwiegend bei der Kennzeichnung. Dahinter stehe die Täuschung des Verbrauchers. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen