Bauern in MV : Geflügelgrippe: Virus liegt in der Luft

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Tierhalter verschärfen Seuchenschutz. Bei erneutem Ausbruch werden hohe Verluste erwartet

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28. November 2017, 05:00 Uhr

Im Anflug: Nach der Sorge um den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest wächst in MV nun auch die Gefahr eines erneuten Auftretens der gefährlichen Vogelgrippe. „Der Virus liegt in der Luft“, warnte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Durch die milden Temperaturen sei der Vogelzug noch nicht abgeschlossen und die damit verbundene Einschleppungsgefahr nicht gebannt. Millionen von Durchzüglern passierten MV in diesen Wochen. Es gebe zwar keinen Grund zur Panik, meinte Backhaus: Aber Vorsicht sei geboten.

Warnmeldungen auch von den Forschern des Bundesinstituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems: Die zunehmend kältere und feuchtere Witterung sowie die Konzentration von Wildvögeln durch den Herbstzug begünstigten die Entstehung von Infektketten bei empfänglichen Wildvögeln, heißt es in der aktuellen Risikobewertung zur Geflügelpest. Das Geflügelpestvirus H5N8 sei seit seinem ersten Auftreten vor einem Jahr in Europa nie ganz verschwunden gewesen. In Deutschland waren zuletzt im August bei drei Höckerschwänen in Sachsen-Anhalt und bei einer erlegten Wildente im Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) Infektionen bestätigt worden.

Die Geflügelhalter im Land sind gewarnt. Bessere Seuchenhygiene an der Stalltür, konsequente Bekämpfung von Schädlingen: Nach dem Pestzug im vergangenen Jahr hätten die Unternehmen den Seuchenschutz noch einmal verschärft, erklärte Marion Dorn, Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbandes MV. Erst vor einem Jahr habe die Branche einen der heftigsten und langanhaltendsten Geflügelpestausbrüche verkraften müssen. 150 000 Tiere starben seinerzeit oder wurden vorsorglich getötet. In 15 Fällen war bei Hausgeflügel, in 102 Fällen bei Wildvögeln die Pest nachgewiesen worden. Bei einem erneuten Ausbruch müssen Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern mit hohen Verlusten und harten Restriktionen rechnen. Backhaus zufolge käme das Land in dem Fall um die Aufstallpflicht nicht herum. Allerdings solle künftig differenzierter vorgegangen werden, kündigte er an. Vor einem Jahr musste das Geflügel in vielen Regionen über fünf Monate als Schutz vor einer weiteren Verbreitung des Virus im Stall bleiben. Die restriktiven Maßnahmen hatten zu massiver Kritik geführt.

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