Arzt unter Verdacht : Geflüchtete in Horst bei Blutprobe verletzt?

Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Horst
Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Horst

Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen einen Arzt

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09. März 2018, 20:45 Uhr

Gegen einen 55-jährigen Arzt der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (EAE) in Nostorf/Horst hat die Staatsanwaltschaft Schwerin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Es besteht der Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, sagte am Freitag die Sprecherin der Behörde Claudia Lange gegenüber unserer Redaktion. Zu Einzelheiten wolle sich die Staatsanwaltschaft zum derzeitigen Stand der Ermittlungen noch nicht äußern.

Laut Innenministerium soll der Mediziner am Mittwoch dieser Woche eine Frau in der EAE im Landkreis Ludwigslust-Parchim bei einer Untersuchung so stark verletzt haben, dass sie anschließend ins Krankenhaus Boizenburg gebracht werden musste. Das Landesamt für innere Verwaltung hatte daraufhin am Donnerstag bei der Polizei Strafanzeige gegen einen Arzt gestellt.

Nach Informationen unserer Redaktion soll der Mediziner der Patientin die Verletzungen bei der Entnahme einer Blutprobe zugefügt haben. Der Arzt selbst habe unter dem Einfluss von Medikamenten gestanden und soll wegen seiner körperlichen Verfassung nicht in der Lage gewesen sein, die Patientin ordnungsgemäß zu behandeln.

Aufgrund seines Zustandes musste auch der Arzt im Krankenhaus Boizenburg behandelt werden, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, ein Arzt im Dienst müsse fit sein. Es werde jetzt ermittelt, warum er das möglicherweise nicht gewesen ist.

Doch damit nicht genug. „Im Zusammenhang mit diesem Vorfall wurde bekannt, dass kurz zuvor Unstimmigkeiten bei der Lieferung und dem Bestand der Handapotheke des medizinischen Dienstes der Erstaufnahmeeinrichtung festgestellt worden sind“, so das Innenministerium. Der Arzt ist für die Handapotheke verantwortlich. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht.

Laut Innenministerium ist die medizinische Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge sichergestellt. Die in der Einrichtung eingesetzten Ärzte sind Mitarbeiter des Krankenhauses Boizenburg.

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