zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 05:43 Uhr

Geisterfahrer : Gefahrenzone Autobahn 19

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei stoppt betrunkenen Geisterfahrer ohne Führerschein beim Kreuz Rostock

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 20:35 Uhr

Sie sind der Albtraum aller Autofahrer und jährlich für zahlreiche Unfälle verantwortlich, die allzu oft tödlich enden: Geisterfahrer. Doch zum Glück gibt es auch Fälle, in denen Falschfahrer rechtzeitig gestoppt werden können und so schlimmeres verhindert wird. So geschehen in der Nacht zu Dienstag auf der A19. Zwischen dem Kreuz Rostock und Kessin hielt die Polizei kurz nach Mitternacht einen 31-Jährigen an, der in dichtem Nebel auf der verkehrten Fahrbahn Richtung Berlin – statt in Richtung Rostock – unterwegs war. Die Sichtweite betrug nach Angaben der Polizei nur rund 50 Meter.

Bei der Kontrolle stellten die Beamten des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers fest, dass der Fahrer aus dem Landkreis Rostock wegen älterer Vergehen keinen Führerschein mehr besaß. Zudem war er betrunken und stand unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln. Darüber hinaus bestand für das Auto kein Versicherungsschutz. Der Mann hatte es erst kürzlich gekauft. Die Polizei ordnete eine Blutprobenentnahme an. Das Auto wurde abgeschleppt und eine Strafanzeige aufgenommen.


Bessere Warnhinweise an Auffahrten gefordert


Dass es nicht immer so glimpflich endet, zeigt ein Fall im November des vergangen Jahres – ebenfalls auf der Autobahn 19. Ein 50-jähriger Bulgare hatte an der Anschlussstelle Waren in Richtung Berlin gewendet und war dann auf der falschen Seite Richtung Rostock gefahren. Ein ihn entgegenkommender 55-Jähriger wechselte zwar noch auf den linken Fahrstreifen, konnte einen Zusammenstoß mit dem Geisterfahrer aber nicht mehr verhindern. Der Unfallverursacher, sein Beifahrer sowie der 55-Jährige Fahrer des anderen Wagens wurden schwer verletzt. Die Autobahn war für knapp fünf Stunden gesperrt.

Fälle wie diese heizen die Debatte um mehr Sicherheit auf den Autobahnen immer wieder an. Seit Jahren fordert der ADAC gut sichtbare Warnhinweise in leuchtenden Neonfarben an allen Auf- und Abfahrten der Schnellstraßen. Denn in der Unübersichtlichkeit der Anschlussstellen besteht das höchste Risiko, auch versehentlich zum Geisterfahrer zu werden. Mecklenburg-Vorpommern hat diesbezüglich bereits nachgebessert. So wurden im Bereich Güstrow bei Auffahrten zur A19 Markierungen angepasst. An einigen Zufahrten wurden größere Schilder aufgestellt.


Massencrash 2011: Verfahren eingestellt


Aber nicht nur Geisterfahrten machen die A19 zur Gefahrenzone. Auch tödliche Unfälle. Einer der schwersten Unglücke Deutschlands ereignete sich im April 2011. Ein Sandsturm tobte über die Autobahn 19 und sorgte für eine stark eingeschränkte Sicht. Die Folge: Drei Laster und 82 Autos rasten südlich von Rostock bei Kavelstorf ineinander. Bei der Massenkarambolage starben acht Menschen, 130 wurden teils schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bis heute. Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen fünf der 24 Beschuldigten wurden bislang eingestellt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen