Bilanz zur Halbzeit der Badesaison : Gefahren lauern im Becken für Nichtschwimmer

Klaus Fröhlich im Strandbad am Labenzer See. Die Abgrenzung des Nichtschwimmerbeckens hat er weiter weg vom Ufer versetzt, da der Wasserspiegel des Sees stark gesunken ist. Foto: Michael Beitien
Klaus Fröhlich im Strandbad am Labenzer See. Die Abgrenzung des Nichtschwimmerbeckens hat er weiter weg vom Ufer versetzt, da der Wasserspiegel des Sees stark gesunken ist. Foto: Michael Beitien

Am Badestrand am Roten See in Brüel lauert eine Gefahr: Es ist keine Kette gespannt, die den Nichtschwimmerbereich abtrennt. Das sei eine Sicherheitsfrage, erklärt Klaus Fröhlich. Das Bad sei so nicht einsatzbereit.

svz.de von
06. Juli 2012, 09:56 Uhr

Warin/Brüel | Am Badestrand am Roten See in Brüel lauert eine Gefahr: Es ist keine Kette gespannt, die den Nichtschwimmerbereich abtrennt. Das sagt Schwimmmeister Klaus Fröhlich von der DLRG Warin, Koordinator für den Einsatz der Rettungsschwimmer am Großen Wariner See, am Neuklostersee, am Groß Labenzer See und am Roten See. Das sei eine Sicherheitsfrage, erklärt Fröhlich. Theoretisch sei das Bad in Brüel gar nicht einsatzbereit. Denn wenn kleine Kinder ins Tiefe des von einem Steg umschlossenen ersten Beckens gelangen, kommen sie nicht allein zurück. Die Leine hat nicht nur eine Begrenzungsfunktion. Die Rettungsschwimmer haben schon oft genug schreiende Kinder, die sich an eine solche Leine klammerten, an Ufer geholt, berichtet der Schwimmmeister.

Dabei gibt es eine solche Leine in Brüel, wie SVZ erfuhr. Sie wurde nur nicht gespannt. Als Grund nannte Blockhüttenwirt und Rettungsschwimmer Jörg-Peter Krüger gestern, dass er eine noch größere Gefahr sehe, wenn Kinder vom Steg auf die Rettungsleine springen.

Am Klein Labenzer Badestrand, den die DLRG seit dieser Woche ebenfalls bewacht, hat Fröhlich die Sicherheitskette in dieser Woche weiter weg vom Ufer gespannt. Denn der Grundwasserspiegel des See ist im Vergleich zum Vorjahr so weit gefallen, dass die Kinder an der ursprünglichen Begrenzung quasi nur noch bis zu den Knien im Wasser standen.

Fröhlich macht allerdings noch auf ein anderes Problem aufmerksam, das dadurch entstanden ist, dass in Ufernähe offenbar nicht mehr genügend Kies eingebracht wird. Dadurch wachsen die Muschelbänke immer dichter an das Ufer heran. "Das ist eine Unfallquelle", sagt der Schwimmmeister. Denn an den spitzen Muscheln können sich die Badegäste schneiden. Welche Auswirkungen es hat, wenn der Badebereich nicht regelmäßig mit Kies aufgefüllt werde, werde auch in Warin deutlich. Dort ist am Badestrand am Wariner See nur noch eine Seite nutzbar, die andere Seite ist voller Schlamm.

Die von der Wariner DLRG bewachten Strände selbst machen einen vernünftigen Eindruck, sagt Fröhlich."Die Rasenpflege ist 1 A. Aber nur Rasenpflege reicht nicht aus."

Zur Halbzeit der Mitte Mai begonnenen Badesaison verteilt Fröhlich in dieser Woche Noten an die Strandbäder. Im Fach Versorgung der Badegäste erhalten Brüel, Neukloster und Groß Labenz von ihm durchweg die Prädikate sehr gut bis gut, Warin fällt dagegen durch mit einer glatten 6. Immer wieder sei zu beobachten, dass Urlauber am Großen Wariner See anhalten, sich umschauen, dann aber wieder ins Auto steigen, weil sie sehen, dass es kein gastronomisches Angebot gibt.

Dafür verteilt Fröhlich an Warin für die Bewachung des Badestrandes eine glatte 1, weil hier regelmäßig mindestens zwei Rettungsschwimmer im Einsatz sind. Für Neukloster und Brüel, wo mindestens ein Rettungsschwimmer auf Wacht ist, vergibt er gute Noten. Labenz ist erst seit dem 1. Juli bewacht. Insgesamt sind mittlerweile 14 von 24 DLRG-Rettungsschwimmern des Ortsvereins im Einsatz.

In Brüel stehen Gespräche zur Ausstattung und Unterbringung der Rettungsschwimmer an, sagt Fröhlich. Für Warin wünscht er sich eine bessere Ausstattung mit Spielgeräten um und im Wasser. Ein Glitschhügel für das Nichtschwimmerbecken ist kaputt. Derzeit wird seine Reparatur geprüft.

Fröhlich appelliert an Badegäste, auf die Reinhaltung der Strände acht zu geben. Immer wieder bleibe Müll auf dem Rasen liegen, obwohl gleich daneben ein Papierkorb steht.


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