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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 17:51 Uhr

Sicherheit MV : Gefängnisse brauchen Personal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Mitarbeiter-Mangel im Strafvollzug in Mecklenburg-Vorpommern wirkt sich auch auf die Resozialisierung der Häftlinge aus.

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2017 | 07:25 Uhr

Mitarbeiter-Mangel im Strafvollzug: In den Gefängnissen von Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 31 Stellen nicht besetzt. Das geht aus einer Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag zum Personalbedarf im Strafvollzug hervor. Alleine in der Justizvollzugsanstalt Bützow, dem größten Gefängnis des Landes, fehlen demnach aktuell 18 Mitarbeiter – davon 15 im allgemeinen Vollzugs- und Werkdienst.

Die angespannte Personal-Situation wirkt sich besonders auf die Resozialisierungsarbeit mit den Häftlingen im Strafvollzug aus. „Bewachung, Sicherheit und Kontrollen sind gewährleistet. Es fehlt aber die Zeit für intensive Gespräche mit den Gefangenen und für die Vorbereitung auf die Entlassung“, kritisiert der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten (BSBD), Hans Jürgen Papenfuss.

Weil Beamte fehlen, gibt es in der JVA Bützow auch Probleme in der Untersuchungshaft bei der Durchsetzung des Kontaktverbotes für Häftlinge, die gemeinsam Straftaten begangen haben. „Sind das drei oder vier Leute können wir bei geöffneten Zellen nicht hundertprozentig verhindern, dass die Gefangenen vielleicht doch miteinander kommunizieren“, erklärt Papenfuss.

Verstärkung durch Nachwuchskräfte sollen die Strafvollzugsbediensteten zunächst im September 2017 bekommen. Nach Angaben des Justizministeriums werden dann landesweit elf Stellen im Allgemeinen Vollzugs- und Werkdienst neu besetzt. Für die anderen vakanten Stellen liefen derzeit Ausschreibungsverfahren, teilte ein Ministeriumssprecher dazu mit. Konkrete Einstellungstermine stehen aber noch nicht fest. Es werde eine zeitnahe Neubesetzung der Stellen angestrebt, drückt sich das Ministerium etwas nebulös aus. Die Ausschreibungen dauerten in der Regel drei bis sechs Monate.

In den fünf Gefängnissen von Mecklenburg-Vorpommern saßen im vergangenen Jahr zum Stichtag 31. März 897 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte ein. Erstmals seit vielen Jahren wurden damit im Land weniger als 1000 Gefangene gezählt. Ein Argument für weniger Personal ist das aus Sicht von Gewerkschafter Papenfuss aber nicht. „Der Aufwand für Sicherheitsvorkehrungen und Bewachung bleibt gleich“, erklärt er. Durch Gesetzesänderungen sei der Aufwand im Strafvollzug sogar noch gestiegen.



 

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