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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 06:59 Uhr

Verkehr MV : Gefährliche Radwege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie sind beschädigt, schlecht beschildert oder enden im Nichts: Die Radwege im Land sind in schlechter Verfassung. Wo sind die größten Probleme? Ihre Hilfe ist gefragt.

von
erstellt am 21.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Es ruckelt gewaltig auf den Radwegen in Mecklenburg-Vorpommern. Löcher, Spalten, Wurzeln oder verwirrende Beschilderungen erschweren Radfahrern das Leben. In der Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs MV (ADFC) rutschte das Urlaubsland von einem dritten Platz im Jahr 2014 auf den siebten Platz der beliebtesten Radreiseregionen Deutschlands. Gemeinsam mit der Hilfe unserer Leser will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unsichere Radwege in einer Karte sammeln.

„Offenbar sind Radwege kein Entwicklungsziel“, sagt Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des BUND. „Von den geplanten fast 50 Millionen Euro für straßenbegleitende Radwege sind zwischen 2007 und 2014 nur 25,4 Millionen verwendet worden“, kritisiert sie. Besonders problematisch seien die Lücken im Wegenetz. Zwischen vielen Dörfern, aber auch im Pendlerumfeld der Städte fehlten Radwege oder endeten im Wald, so zum Beispiel zwischen Schwerin und Crivitz.

Im vergangenen Jahr waren laut Verkehrsministerium 45 Prozent der Bundes- und 27 Prozent der Landesstraßen mit einem begleitenden Weg für Radfahrer ausgestattet. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein sind es 80 Prozent aller überörtlichen Straßen. Inzwischen bezeichnet sich das Nachbarland als Radland Nummer eins. Früher ein Synonym für MV.

„Der Bau von Radwegen kommt wegen der begrenzten Haushaltsmittel nur dort in Betracht, wo es keine andere Lösung wie geeignete parallele Verbindungen über wenig genutzte Straßen oder über touristische Radwege gibt“, teilte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums mit. Für die Förderperiode 2014 - 2020 stünden für den kommunalen Radwegebau 14 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) zur Verfügung. „Damit haben wir als Landesregierung endlich ein Steuerungselement in der Hand“, so Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Kommunale Wege, die Menschen aus den Ortslagen hin zu Landes- und Bundesstraßen führen, könnten nun mit sicheren Pfaden versehen werden.

Gerade in den Städten wird laut BUND noch immer zu wenig Rücksicht auf den Radverkehr genommen. „Ausgebaut werden vorwiegend touristische Radwege“, so Cwielag. „Wir fordern daher, dass vor allem der Radwegebau mit Relevanz für den Alltagsverkehr Priorität haben muss.“

Wo gibt es Probleme?

 

>> Hier geht es zur Webseite des BUND

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