Gedränge auf der Luftfahrtmesse

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06. September 2012, 10:04 Uhr

Schönefeld/Potsdam | Die Luftfahrtmesse ILA hat nach Ministeriumsangaben für die Hauptstadtregion einen nachhaltigen wirtschaftlichen Effekt. Rund 360 Millionen Euro an Einnahmen würden durch die ILA in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben, in Messebau und Logistik sowie im Transportgeschäft erwirtschaftet, teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) gestern in Potsdam mit. Zudem würden regionale Branchenunternehmen die ILA als Marketingplattform nutzen. In der kommenden Woche (11. bis 16. September) eröffnet die Luftfahrtmesse auf dem neuen Ausstellungsgelände in Selchow (Dahme-Spreewald), direkt neben dem noch nicht fertigen Großflughafen BER.

Insgesamt werden 1200 Aussteller und damit knapp 50 mehr als bei der vergangenen Schau vor zwei Jahren auf dem "ExpoCenter Airport Berlin Brandenburg" erwartet. Das ist ein Rekordwert. Mit einem Schaden für die ILA durch die wiederholt verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens werde nicht gerechnet, teilte Steffen Kammradt von der Zukunftsagentur Brandenburg mit.

Im Gegensatz zum BER seien die Arbeiten am "ExpoCenter" rechtzeitig abgeschlossen, und das finanzielle Budget sei eingehalten worden. Brandenburg hat knapp 27 Millionen Euro beigesteuert, die Messe Berlin habe zusätzlich 16 Millionen Euro für feste Hallen ausgegeben. Es habe sich schon jetzt gezeigt, dass das Center weitere Ausstellungen in die Region ziehen werde, hieß es. Deutschlandweit gebe es kein anderes Messegelände, das in der Perspektive über eine direkte Flughafenanbindung verfüge, sagte Christoffers. Die Errichtung des "ExpoCenters" sei zudem Beweis für die gelungene Zusammenarbeit von Berlin und Brandenburg. "Es gibt keine Konkurrenz zu Berlin. Wir treten bei der ILA als eine Region auf", betonte der Minister.

Überdies verteidigte der Linken-Politiker Christoffers sein Engagement für den Verbleib der ILA in der Region und spielte damit auf die ablehnende Haltung seiner Partei zu Rüstungsexporten an. Denn auf der Messe präsentieren sich neben der zivilen Luftfahrt auch Produzenten von Kriegsgerät. Ihr Anteil mache knapp 30 Prozent aus. "Die Messe war nur im Gesamtpaket zu bekommen", erklärte der Minister. "Ich finde es aber normal, wenn Menschen etwas gegen Rüstungsexporte haben." Christoffers rechnet daher im ILA-Umfeld mit vereinzelten Protesten gegen Rüstungsexporte. In der Luft- und Raumfahrtindustrie der Region Berlin-Brandenburg sind mehr als 120 Firmen tätig. Es gibt rund 6300 industrielle Arbeitsplätze. Hinzu kommen noch weitere branchennahe Unternehmen wie Airlines mit 17 000 Beschäftigten. Der Gesamtumsatz liegt bei 2,1 Milliarden Euro. Die Branche erwirtschaftet etwa 20 Prozent des Gesamtexportes der Region, so das Netzwerk Luft- und Raumfahrt Berlin-Brandenburg. Hier sind die Kompetenzen im Triebwerksbau gebündelt - mit Herstellern wie Rolls-Royce, MTU und Pratt & Whitney.

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