68 Jahre nach der Befreiung des KZ Auschwitz : Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

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Juri Rosov, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Rostock, gedachte im Zentrum für Nervenheilkunde in Rostock-Gehlsdorf der Opfer von Euthanasie oder Zwangssterilisierung durch die Nazis.inny

In zahlreichen Gedenkveranstaltungen ist gestern der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gedacht worden. In zahlreichen Orten wurde an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden erinnert.

svz.de von
27. Januar 2013, 07:45 Uhr

Rostock/ Frankfurt/Main | In zahlreichen Gedenkveranstaltungen ist gestern der Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gedacht worden. 68 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wurde in zahlreichen Orten des Landes, so unter anderem in Gadebusch, Greifswald, Barth, Ludwigslust und Pampow, an die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden erinnert.

Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hatte als Ort der zentralen Gedenkveranstaltung die Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) gewählt. Die Musikerin, Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch (88) sprach dort als Gastrednerin. Das künstlerische Programm gestalteten Studierende unter der Leitung von Volker Ahmels, dem Leiter des HMT-Zentrums für Verfemte Musik.

Die Linken-Abgeordnete und Landtags-Vizepräsidentin Regine Lück sagte: "Auschwitz ist zum Synonym für millionenfachen Mord, für eine bis ins Detail geplante Vernichtungsmaschinerie geworden und steht für Unmenschlichkeit schlechthin. Die industrielle Tötung von Millionen von Menschen, die nach den Regeln der Bürokratie zweckrational und routinemäßig vollzogen wurde, ist eine unfassbare Perversion."

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unterstrich, die jährliche Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten dürfe auch fast 70 Jahre nach dem Untergang des Dritten Reiches nicht in Vergessenheit geraten. Auch künftige Generationen müssten über das Geschehene aufgeklärt werden, damit sich dieses historische Drama nicht eines Tages im Herzen Europas wiederholen könne.

Auch in anderen Bundesländern wurde der Opfer des Holocaust gedacht. Nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tragen die Deutschen eine "immerwährende Verantwortung" für die NS-Verbrechen und den Holocaust. Merkel rief in ihrer wöchentlichen Videobotschaft im Internet dazu auf, die Erinnerung an das "dunkle Kapitel" der NS-Diktatur wachzuhalten. "Die Shoa war etwas, was einen vollkommen fassungslos macht, auch im Rückblick: Dass Menschen einfach, weil sie Juden waren, vernichtet werden sollten", sagte die Kanzlerin. Heute könne jeder Einzelne mit Mut und Zivilcourage dazu beitragen, dass Rassismus und Antisemitismus keine Chance haben.

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