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Mecklenburg-Vorpommern

23. November 2017 | 04:58 Uhr

Peenemünde : Gedenken an Deportation

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beim Bau der V2-Vernichtungswaffen setzte das NS-Regime KZ-Häftlinge ein. Vor 71 Jahren - nach Bombardements auf Peenemünde - wurden sie nach Mittelbau-Dora deportiert. Deutsche, Polen und Franzosen erinnerten an die Opfer.

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 19:30 Uhr

Rund 150 Deutsche, Polen und Franzosen haben am Montag der Deportation von rund 600 KZ-Häftlingen von Peenemünde nach Mittelbau-Dora im heutigen Thüringen vor 71 Jahren gedacht. An einem Waldstück bei Peenemünde enthüllten sie eine Gedenkstele, die in fünf Sprachen an die Verschleppung der KZ-Häftlinge in den Bergstollen am Randes des Harzes erinnert. Die größte Gruppe der KZ-Häftlinge in Peenemünde war mit mehr als 350 Männern französischer Nationalität.

Vertreter des französischen Opferverbandes nahmen an der Gedenkstunde am Wald von Peenemünde teil. Die Gedenkstele war zuvor beschädigt worden. Unbekannte hätten Kratzer auf der Stahlplatte hinterlassen, sagte der Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Kulturforums Odermündung, Günther Jikeli. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, schließt bislang aber einen politischen Hintergrund aus.Nach Luftangriffen der britische Royal Air Force im August 1943 hatten die Nationalsozialisten die Produktion der V2-Vernichtungswaffen von Peenemünde in den unterirdischen Bergstollen verlegt. Dort mussten Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Schätzungen zufolge starben dort bis zu 20 000 Menschen.  Am 13. Oktober 1943 wurden die Peenemünder Häftlinge, die im „Versuchsserienwerk 1“ tätig waren, nach Mittelbau-Dora transportiert. Im Untergeschoss der inzwischen zerstörten Halle waren bis zur Deportation die KZ-Häftlinge untergebracht. Auch in einem Arbeitslager bei Karlshagen waren Häftlinge für die V2-Produktion interniert.

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