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Deutsches Meeresmuseum Stralsund : Geburtstagstorte mit Salat und Kalmar

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Ein halbes Jahrhundert hat die Unechte Karettschildkröte im Deutschen Meeresmuseum auf ihrem Panzer. Und vor 50 Jahren ging Fischern bei Stralsund eine Lederschildkröte ins Netz, die sich in die Ostsee verirrt hatte. Beide Jahrestage wurden nun in Stralsund gefeiert.

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 16:31 Uhr

Eine Torte aus Salat, Kalmar und Seelachs hat sich die Unechte Karettschildkröte im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund zu ihrem 50. Geburtstag schmecken lassen. Das Tier teilte sich am Dienstag die Torte, zu deren Zutaten auch Garnelen und Möhren gehörten, mit den vier anderen Riesenschildkröten im Meeresmuseum.

Erste Alterszipperlein, die manch menschlichen Altersgenossen plagen, sind dem Tier fremd. „Der Gesundheitszustand der Schildkröte ist top“, sagte Schildkrötenexpertin Sigrid Wewezer. Auf den Tag genau lasse sich der Geburtstag der Schildkröte nicht bestimmen.

Als gerade geschlüpftes Jungtier kam sie 1965 in den Tierpark Berlin, von dort nach Leipzig und vor 30 Jahren - als erste Meeresschildkröte - nach Stralsund. Wie alt die Schildkröte werden kann, ist nicht genau bekannt. Forscher schätzen die Lebenserwartung auf 80 bis 100 Jahre.

Am Dienstag feierte das Museum nicht nur den 50. Geburtstag der Schildkröte, sondern auch den Jahrestag eines Schildkröten-Fangs vor einem halben Jahrhundert, der die Profilierung des Hauses von einem naturwissenschaftlichen Museum zu einem Meeresmuseum initiiert hatte.

Stralsunder Fischer hatten am 20. Oktober 1965 in einer Reuse in der Prohner Wiek vor Stralsund ein schwer verletztes Exemplar einer Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) gefunden. Nie zuvor sei ein solches Tier in der Ostsee gesichtet worden, sagte eine Sprecherin des Museums.

Die Schildkröte wurde in den Rostocker Zoo gebracht, verstarb aber nach wenigen Tagen. Zurück im Meeresmuseum begann die damalige Präparatoren-Crew damit, Formabdrücke und Abgüsse von dem exotischen Leichnam zu nehmen. „Marlene“, das Symbol des Meeresmuseums, entstand und zog in einer Wanderausstellung durch die DDR. Im Museum löste das Präparat später einen Besucheransturm aus. Von der echten „Marlene“ lagern noch Panzer und Schädel in den Magazinräumen.

Das Museum hält aktuell fünf Riesenschildkröten in einem eigenen Becken: neben einer weiteren Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) zwei Suppenschildkröten (Chelonia mydas) und eine Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata).

Alle Meeresschildkröten-Arten gelten laut Umweltorganisation WWF als gefährdet. Schätzungen zufolge landen rund 250 000 Tiere pro Jahr in Fischereinetzen.

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