Statistik : Geburtenknick und Lust auf Abitur

 
 

Immer weniger junge Leute im Land machen eine duale Ausbildung

svz.de von
08. September 2015, 21:00 Uhr

Die Zahl der Auszubildenden in Mecklenburg-Vorpommern sinkt besorgniserregend. Ende vergangenen Jahres waren erstmals weniger als 20 000 junge Menschen in der dualen Ausbildung, wie das Statistische Landesamt gestern in Schwerin mitteilte. Genau waren es 19 399. Die Zahl der Azubis ging allein in den zurückliegenden zehn Jahren um 57 Prozent zurück. 2014 habe sich der Aderlass in fünf von sechs Ausbildungsbereichen der Berufsschulen fortgesetzt, wenn auch schwächer als in den Vorjahren.

Industrie und Handel verloren danach knapp 400 Lehrlinge, was einem Rückgang um drei Prozent entspricht. Im Handwerk waren es 140 Jugendliche und damit ebenfalls drei Prozent weniger als 2013.

Besonders stark sei der Rückgang im öffentlichen Dienst gewesen. Dort rutschte die Zahl der Auszubildenden innerhalb eines Jahres um 25 Prozent ab.

Von den insgesamt 19 399 Auszubildenden unterschrieben den Angaben zufolge 7851 im Herbst 2014 einen neuen Ausbildungsvertrag – zwei Prozent weniger als 2013. Damit starteten so wenige Jugendliche in das neue Ausbildungsjahr wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Beobachter machen für den Abwärtstrend neben dem Geburtentief Mitte der 1990er-Jahre auch den zunehmenden Trend zum Abitur verantwortlich.

Immer mehr junge Leute wollen studieren. Nicht jeder schafft das. Unternehmen werben daher zunehmend auch bei Studienabbrechern für die duale Ausbildung.

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