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Heißes Pfingsten : Gebührenfalle am Strand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das wird das heißeste Pfingsten seit Jahrzehnten. Abgaben in Urlaubsorten in MV erreichen Höchstniveau

Sommer, Sonne, See und hohe Gebühren am Strandzugang: Mit Supertemperaturen von mehr als 30 Grad kann MV mit einem der heißesten Pfingstwochenenden der letzten Jahrzehnte rechnen. Nach Ostern und Christi Himmelfahrt wird der nächste große Gästeansturm erwartet. Touristen müssen sich dabei aber auf einen teuren Strandgang einstellen.

In den Urlaubsorten entlang der Küste und im Binnenland sind die Gebühren auf einen Höchststand gestiegen, ergab gestern eine Umfrage unter Kurverwaltungen und Touristeninformationen. Die Verwaltungen kassieren in der Saison zwischen 50 Cent und drei Euro für ein Tagesticket an Kurabgabe – bis zu 1,50 Euro in Erholungsorten, bis zu 2,80 Euro in den Bädern. Teuer ist es vor allem auf den Inseln. Mit 2,80 Euro Kurtaxe in Zingst auf der Halbinsel Fischland-Darß und in Göhren auf Rügen sowie 2,60 Euro in Binz wird dort am meisten kassiert. Tagestouristen in den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin müssen sogar drei Euro am Tag bezahlen. In Zingst wird für Hundebesitzer ein Euro je Tag für ihren Vierbeiner zusätzlich fällig. Sternberg verlangt hingegen nur 50 Cent.

Die Gemeinden in MV machen Kasse: Schätzungen zufolge nehmen die Urlaubsorte in MV zwischen 30 und 50 Millionen Euro an Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe ein. Genaue Zahlen liegen nicht vor, heißt es bei Verbänden und Landesregierung. Die Abgaben für einen 14-Tage-Urlaub für zwei Personen auf dem Darß belasten die Urlaubskasse schon mit knapp 60 Euro.

Bei den Urlaubern und Tagestouristen wächst der Frust über die hohen Kosten: An der Nordseeküste im niedersächsischen Hooksiel ruft die Bürgerinitiative „Freie Bürger für freie Strände“ Pfingstmontag zum Protest auf. Dort verdirbt zusätzlich ein Drahtzaun Touristen den Badespaß. Am Montag wollen die Aktivisten mit Leitern zum Übersteigen der Zäune gegen die Bezahlschranke demonstrieren.

Die Tourismuswirtschaft in MV verteidigte die Urlaubsabgabe: Saubere Strände, Kulturangebote, Sanitäranlagen, Spielplätze – die Kommunen seien auf die Einnahmen aus Kurtaxe angewiesen, um Investitionen in die touristische Infrastruktur zu finanzieren und die Anlagen in Ordnung zu halten, sagte Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes. Verglichen mit den Tagesausgaben von durchschnittlich 60 bis 70 Euro je Gast fielen die Gebühren nicht sehr ins Gewicht. Zudem gebe es Alternativen: Nur an einem überschaubaren Teil der knapp 2000 Kilometer langen Ostseeküste in MV würden Gebühren verlangt, so Woitendorf: „Der Großteil der Strände bleibt frei.“ Zäune wie an der Küste in Niedersachsen lehnte er aber ab: „Die Gedanken und Strände sind frei.“

 

 

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erstellt am 07.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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