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Mitgliederschwund in Mecklenburg-Vorpommern gestoppt : Geangelt wird wieder im Verein

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Das Ende der Talfahrt bei den organisierten Anglern: Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Mitgliederschwunds konnte der Landesanglerverband (LAV) 2011 erstmals wieder mehr Mitglieder gewinnen.

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erstellt am 19.Aug.2012 | 06:30 Uhr

Rostock/Schwerin | Das Ende der Talfahrt bei den organisierten Anglern: Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Mitgliederschwunds konnte der Landesanglerverband (LAV) Mecklenburg-Vorpommern 2011 erstmals wieder mehr Mitglieder gewinnen. Nachdem sich die Zahl der organisierten Angler seit der Wende mehr als halbiert hatte, kamen im Jahr 2011 rund 2000 Personen dazu, sagte LAV-Präsident Karl-Heinz Brillowski am Samstag in Rostock. Für die positive Entwicklung ist nach Auffassung Brillowskis vor allem die verstärkte Nachwuchsarbeit verantwortlich. "Das steht und fällt mit dem Engagement der Menschen an der Basis und den Angeboten in den Vereinen", sagte er. Beim Start des neuen Landesverbandes 1990 waren es noch weit über 100 000 organisierte Mitglieder aus den ehemaligen Angel-Bezirksfachverbänden Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. Diese Zahl schrumpfte jedoch bis 2010 auf knapp 40 000.

Den Absturz bei den Mitgliedern vor allem Anfang der 1990er Jahre begründete der LAV-Präsident mit den "gravierenden Umbrüchen im Zuge der deutschen Einheit", die er als LAV-Gründungsmitglied hautnah miterlebte. Anders als zu DDR-Zeiten mussten Anlger nach der Wende nicht mehr zwangsweise in einem Verband sein. Diese "neue Freizügigkeit" hätten viele genutzt, um auszutreten, sagte Brillowski. "Jeder kann jetzt selbst entscheiden, ob er unter den Regeln und Verpflichtungen eines Vereins oder individuell seinem Hobby nachgeht." So gesehen sei es durchaus als Erfolg zu werten, dass der LAV bis heute einer der größten Verbände im Land blieb.

Gegen den langjährigen Trend des Mitgliederschwunds in den Angelclubs boomt der Verein in Schwerin-Friedrichsthal. "Wir haben ein modernes Vereinskonzept", begründete der Vereinsvorsitzende André Hennig den Zuwachs. Vor allem werde kein Druck auf die Mitglieder ausgeübt, etwa Arbeitsstunden abzuleisten oder an gemeinsamen Veranstaltungen teilzunehmen. "Das Hauptanliegen unserer Mitglieder, nämlich das Angeln, hat absolute Priorität", sagte Hennig weiter. Vor zwölf Jahren seien lediglich 200 Angler im Verein organisiert gewesen, mittlerweile seien es 2500 mit steigender Tendenz. Der Verein verstehe sich in erster Linie als Service-Einrichtung für die Angler, berichtete Hennig. Positiv wirke sich auch das Angebot von geführten Angeltouren in Mecklenburg-Vorpommern und Norwegen aus, der so genannte Angel-Scout-Service.

Das moderne Vereinskonzept ernte jedoch auch Kritik, räumte Hennig ein. Von anderen Vereinen komme hin und wieder der Vorwurf, dass die Mitglieder aus Schwerin-Friedrichsthal "die festgeschriebenen Anliegen des Landesanglerverbands vernachlässigen", etwa "die Förderung des Gemeinschafts- und Vereinslebens". Hennig beteuert jedoch, dass sich seine Mitglieder durchaus um die Pflege der Gewässer und um den Naturschutz kümmern - auf freiwilliger Basis.

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