Ausbildung : Gastronomen fehlt der Nachwuchs

<p>Für Steffen Michelsen aus Crivitz birgt der Beruf des Kochs keine Nachteile. Er liebt es, mit Lebensmitteln zu experimentieren und besonders die Fleischverarbeitung liegt ihm. Nach seiner Lehre will er bei einem Gourmetrestaurant in Bayern anheuern. </p>
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Für Steffen Michelsen aus Crivitz birgt der Beruf des Kochs keine Nachteile. Er liebt es, mit Lebensmitteln zu experimentieren und besonders die Fleischverarbeitung liegt ihm. Nach seiner Lehre will er bei einem Gourmetrestaurant in Bayern anheuern.

Noch mehr als 1100 freie Ausbildungsplätze: Die Branche arbeitet am Imagewandel

svz.de von
06. Juni 2016, 08:00 Uhr

Seit Jahren führen sie die Liste der unbeliebtesten Ausbildungsberufe an: Köche und Restaurantfachleute werden auch in diesem Jahr wieder händeringend gesucht. Von 5489 zum 31. Mai in MV noch nicht besetzten Ausbildungsplätzen entfielen allein 749 auf diese beiden Berufe. Rechnet man Hotelfachleute und Fachkräfte im Gastgewerbe dazu, sind es sogar 1174 Lehrstellen, für die Interessenten gesucht werden.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, fordert von der Branche, nicht müde zu werden, an einer Verbesserung ihres Images zu arbeiten. Die Einführung des Mindestlohns allein reiche nicht, es müssten auch die Arbeitsbedingungen stimmen. In vielen Gastronomiebetrieben sei das bereits der Fall. Gerade sie sollten frühzeitig und offensiv in den Schulen um Nachwuchs werben und z. B. über die Bereitstellung von Praktikumsplätzen deutlich machen, dass Arbeit in der Gastronomie erfüllend sein und Spaß machen kann, so die Agenturchefin.

Beim deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) läuft sie damit offene Türen ein. Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann verweist auf eine Vielzahl von Initiativen, mit denen Hotels und Restaurants um Nachwuchs werben. Die Jugendmeisterschaften in den gastronomischen Grundberufen zählt er ebenso dazu wie die gerade erst Ende Mai wieder verliehenen „Azubi Awards“. Im Internet werbe die Seite „Azubicareer“ für die Ausbildung in der Gastronomie. Neben einer Aufstellung freier Stellen gebe es dort auch Informationen zu rechtlichen und finanziellen Bedingungen. Letztere, so Dettmann, haben sich gerade im Herbst wieder verbessert, als mit dem Entgeldtarifvertrag auch die Vergütungen für Auszubildende in der Branche angehoben wurden: um fünf Prozent im November 2015, weitere fünf Prozent kommen im September 2016 dazu.

Zusammen mit dem Sozialministerium sei zudem das Projekt „ Gute Gastgeber – gute Arbeitgeber“ aufgelegt worden, in dem es darum geht, den Anteil saisonaler Beschäftigung zu verringern. „Auch das trägt zur Imageverbesserung bei, nicht zuletzt, weil es Sicherheit bei der Lebensplanung gibt“, betont der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. Er verweist allerdings auch darauf, dass angesichts des demografischen Wandels alle Branchen momentan vor der der Situation stünden, dass die Zahl der Schulabgänger sinkt. Parallel dazu gehe das Interesse an einer dualen Ausbildung zurück.  

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