Gastgewerbe klagt: Mehr Gäste aber auch mehr Kosten

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12. Juni 2012, 11:11 Uhr

Potsdam | Das brandenburgische Gastgewerbe hat im vergangenen Jahr mehr Gäste bewirtet - und mehr Personal beschäftigt. Wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) gestern in Potsdam mitteilte, stieg die Gästezahl 2011 um 4,4 Prozent auf insgesamt 4,1 Millionen. Gleichzeitig zog die Anzahl der Vollbeschäftigen in Hotellerie und Gastronomie um 5,9 Prozent auf 28 000 an. Wermutstropfen sind leicht rückläufige Ertragszahlen.

Der Verband führt sie auf höhere Löhne, Abgaben und Energiekosten zurück. Nur 12 Prozent der 942 märkischen Hotels, Gasthöfe und Pensionen meldeten gestiegene Einnahmen. Ein Jahr zuvor waren es noch 19 Prozent.

Rückenwind erwartet Dehoga-Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke jedoch vom Preußen-Jahr und den zahlreichen Veranstaltungen zum 300. Geburtstag von Friedrich II. Die derzeitige gute Buchungslage lasse diesen Rückschluss schon jetzt zu und könnte die Zahl von 2,8 Millionen Gästen aus 2011 noch weiter in die Höhe treiben, hieß es.

Sorgenkind Gema-Gebühren

Sauer stieß Dehoga-Präsident Mario Kade die Erhöhung der Gema-Tarife auf. Ab 2013 sollen diese um bis zu 1000 Prozent steigen. Für eine mittelgroße Diskothek fallen so jährlich 174 000 Euro anstatt vom 28 000 Euro an. "Besonders im ländlichen Bereich befürchte ich ein Aussterben von Musikkneipen und Diskotheken. Gegen diesen Raubzug werden wir uns wehren", betonte Kade. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema, vertritt als staatlich anerkannte Treuhänderin die Rechte von Komponisten, Textern und Musik-Verlegern.

Sie nimmt Geld für den Verkauf von CDs oder Musikdownloads, für das Abspielen aber auch von Radiosendern oder Kneipenbesitzern.

Nochmals kritisierte Dehoga-Chef Kade gestern die für Potsdam geplante Tourimus-Abgabe. Alle Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändler sollen für die Pflege des Parkes Sanssouci zur Kasse gebeten werden, um das umstrittene Eintrittsgeld für die von Preußenkönig Friedrich II. geschaffene Anlage zu vermeiden. "Das ist ungerecht", denn 7 Millionen Tagesbesucher stünden etwa 860 000 Potsdamer Hotelgästen gegenüber, sagte Kade.

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