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Mecklenburg-Vorpommern : Gastgewerbe fürchtet Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Dehoga MV geht von Steigerungen für Personalkosten in Höhe von 20 bis 30 Prozent aus

Der gesetzliche Mindestlohn stellt arbeitsintensive Branchen wie das Gastgewerbe, laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband von Mecklenburg-Vorpommern, wirtschaftlich vor große Herausforderungen.

„Für den gleichen Umsatz ist im Gastgewerbe sechsmal mehr Personal nötig als im Einzelhandel“, sagt Dehoga-Geschäftsführer, Matthias Dettmann, auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Verband geht für Mecklenburg-Vorpommern von einer Steigerung der erforderlichen Personalkosten in Höhe von 20 bis 30 Prozent aus. Der gesetzliche Mindestlohn für un- und angelernte Mitarbeiter bringe zusätzlich Druck auf das gesamte Tarifgefüge. Dettmann weiter: „Aufgrund dieser Kostensteigerungen bleibt der Mindestlohn ein gigantisches arbeitsmarktpolitisches Experiment mit ungewissem Ausgang für Arbeitsplätze und Betriebe.“

Hinzu komme laut Dehoga der immense bürokratische Umsetzungsaufwand, insbesondere durch die neue Pflicht zur Aufzeichnung und Dokumentation der Arbeitszeit. Dieser werde oft unterschätzt, stelle aber für die Betriebe in der Umsetzung und in der Praxis das größte Problem dar, verdeutlicht der Dehoga-Chef. „Hotellerie und Gastronomie geraten dadurch zusätzlich unter Druck.“

Die größten Probleme für die Betriebe sieht Dettmann hingegen in den sorgfältigen Kalkulationen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite, in dem betriebswirtschaftlich tragfähigen Gesamtkonzept und in der Preispolitik.

„Ich mag keine Horrorszenarien an die Wand malen. In welchem Umfang Arbeitsplatzverluste und sogar Betriebsschließungen mit dem Mindestlohn verbunden sein werden, ist derzeit valide nicht absehbar. Dass es solche Reaktionen geben wird, gilt jedoch als sicher“, so der Dehoga-Chef weiter.

Der Verband hat sich auf die Unterstützung seiner Mitglieder durch Informationsveranstaltungen und Beratung konzentriert. Neben elektronischen Informationen und Printprodukten waren Vertreter der Dehoga mit einem Partneranwalt in der Fläche unterwegs. Dabei konnten sich Mitglieder über das Mindestlohngesetz informieren sowie rechtssichere Hinweise zu Umsetzungs- und Einführungsfragen erhalten.

Gegenwärtig wird deutschlandweit eine Umfrage der Hochschule Heilbronn und des Heilbronner Instituts für angewandte Marktforschung zu den prognostizierten Auswirkungen des Mindestlohngesetzes gemacht. Diese läuft noch bis Ende des Jahres.



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