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Gymnasiast züchtet Suffolk-Schafe : Ganz jung auf das Schaf gekommen

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Schafzucht? Ja, Schafzucht als Freizeitbeschäftigung ist wohl in einer Altersgruppe zwischen 13 und 18 kaum zu erwarten und dennoch kann sich Arne Meyn, 15-jähriger Schüler aus der Klasse 10b, kein anderes Hobby vorstellen.

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erstellt am 08.Feb.2012 | 10:39 Uhr

Parchim | Vielfältig sind die Hobbys der Schüler am Friedrich-Franz-Gymnasium: Flöte, Klavier, Geige, Gesang, Fußball, Volleyball, Tanz, Tischtennis…Schafzucht. Schafzucht? Ja, Schafzucht! Letztgenannte Freizeitbeschäftigung ist wohl in einer Altersgruppe zwischen 13 und 18 kaum zu erwarten und dennoch kann sich Arne Meyn, 15-jähriger Schüler aus der Klasse 10b, kein anderes Hobby vorstellen. Die Frage muss natürlich erlaubt sein, wie und vor allem seit wann der sympathische junge Mann sprichwörtlich auf das Schaf gekommen ist. Im Gartenbaubetrieb der Eltern in Rom spielten die wolligen Gesellen schon immer eine wichtige Rolle, da sie zwischen den Bäumen die Flächen sauber hielten. Arne entdeckte früh das Interesse an den Tieren und begann sich für deren Zucht zu begeistern. Seit er 10 ist, liegt nun die Meynsche Schafzucht in seinen Händen. Seitdem ist er bereits im Zuchtverband organisiert. Arnes Herde besteht momentan aus fünf Mutterschafen der Rasse "Suffolk" und zwei Lämmern, die im November geboren wurden. Suffolk-Schafe sind in Mecklenburg nicht so häufig vorzufinden. Mit ihren tiefschwarzen unbewollten Köpfen und schwarzen Beinen sind sie ein echter Hingucker. Die weiblichen Schafe erreichen eine Widerristhöhe von bis zu 85 cm und ein Gewicht zwischen 70 und 100 kg, während die Böcke bis zu 100 cm groß werden und auch einmal 160 kg schwer werden können und wie Arne betont, komme es auf die Böcke in der Zucht an. Sein im November geborenes "Böcklein" hat sehr gute Zuchtaussichten. Arne Meyn führt mit seinen 15 Jahren sein gesamtes kleines Unternehmen alleine. Da gilt es, jeden Tag die Tiere zu versorgen, füttern, ausmisten, sich um Futterbestellungen, den Tierarzt, die Tierseuchenkasse zu kümmern. Einmal im Jahr werden die Suffolk-Schafe von Vertretern des Zuchtverbandes bewertet. Dabei geht es um die Leistung, die Bemuskelung und das Exterieur. Finanziellen Ausgaben, die der Jungzüchter leisten muss, stehen Einnahmen, die er durch den Verkauf der Böcke erzielt, gegenüber. Natürlich muss auch er sich dann wieder um den Erwerb eines Zuchtbockes kümmern, um seine Muttertiere decken zu lassen, was durchaus mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen kann.

Dass Arne Meyn sich inzwischen einen sehr guten Ruf erarbeitet hat, zeigt sein Abschneiden bei Wettbewerben. Im vergangenen Jahr erhielt er auf der MELA die Auszeichnung zum besten Nachwuchszüchter. Überhaupt konnte ihm in seiner Altersklasse in den vergangenen drei Jahren niemand das Wasser reichen. Bei diesen Wettkämpfen kommt es nicht nur auf die Qualität der Schafe an, sondern auch darauf, was die Züchter an Wissen besitzen. Doch was ist es nun, was einen 15-jährigen Gymnasiasten seit Jahren an so ein Hobby bindet? Arnes Augen strahlen, wenn er über seine Tiere spricht. "Besonders wenn die Lämmer geboren werden, ist es einfach schön, sie zu sehen und zu erleben", resümiert er. Auch wenn z.B. das Rübenverziehen -schließlich baut Arne auch das Futter z.T. selbst an - eine sehr lästige Arbeit ist, gleichen der Umgang und die Verantwortung für die Suffolks alles wieder aus. Perspektivisch sieht Arne Meyn sich beruflich schon in der Landwirtschaft, allerdings betont er fachmännisch, dass sich Schafzucht als alleinige Einnahmequelle nicht lohne, dazu erziele man zu geringe Preise und selbst Wolle könne man heute kaum verkaufen. Egal was die Zukunft für Arne bringt: Schafe wird es bei Meyns in Rom sicher immer geben. Dank seiner Familie kann sich der Gymnasiast darauf verlassen, dass es seinen Suffolks immer gut gehen wird, auch wenn es ihn zum Studium in die weite Welt verschlägt.


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