Schwedische Tradition in MV : Gadebusch feiert das Krebsfest

Klaus Leuchtemann und mit ihm mehr als 200 Gäste freuen sich auf das Krebsfest 2016 in der Museumsanlage.
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Klaus Leuchtemann und mit ihm mehr als 200 Gäste freuen sich auf das Krebsfest 2016 in der Museumsanlage.

Klaus Leuchtemann spricht über Geschichte des Festes und die Vorfreude auf eine Party mit schwedischen Freunden

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09. August 2016, 04:31 Uhr

Gadebusch und die Schweden – eine Partnerschaft mit der Stadt Åmål, die die Gadebuscher mit dem 5. Krebsfest in diesem Jahr untermauern wollen. SVZ Redakteur Volker Bohlmann sprach mit Klaus Leuchtemann – Moderator, Koch und Verbindungsmann nach Schweden – über das schwedische Krebsfest in Gadebusch.

In unseren Breiten lieben die Menschen Kurzgebratenes. Wie sind die Gadebuscher auf den Krebs gekommen?
Klaus Leuchtemann: Es geht natürlich um unsere Verbindung nach Åmål und das kulinarische Erlebnis. Letztlich steckt aber eine Menge Geschichte dahinter.

Inwiefern?
Das Krebsfest gibt es in Schweden seit dem 18. Jahrhundert. Es findet immer in der dritten Augustwoche statt. So hat es einst der schwedische König verfügt. Es galt als Arme-Leute-Essen. Sie durften die Krebse erst in der ihnen vorgeschriebenen Zeit fangen. Daraus entstand über die Jahre das Krebsfest.

Wie kam das Krebsfest nach Gadebusch?
In Schweden kennt es jeder. 2012 brachten wir es anlässlich der Festwoche 300 Jahre Schwedenschlacht mit nach Gadebusch. Er war ein voller Erfolg Im vergangenen Jahr organisierten wir das Fest dann in Schweden – es war wieder ein Erfolg. Die Leute lieben es.

Was genau?
Die Krebse, die in einem Dillsud ganz traditionell zubereitet werden.

Gibt es ein vorgeschriebenes Reglement?
Naja, es wird gesungen, gegessen und Schnaps getrunken. Zu jedem Krebs gibt es einen Schnaps und Krebse gibt es satt. Wir planen so an die 500 Gramm Krebse pro Gast ein.

Woher kommen die Schalentiere?
Es sind Zuchttiere, denn bei uns stehen die Krebse unter Naturschutz.

Das hört sich nach reichlich Arbeit an. Möchte Chefkoch Klaus Leuchtemann alles im Alleingang bewerkstelligen?
Nicht ganz. Wie in jedem Jahr werden ein oder zwei Prominente mit am Herd stehen. Åmåls Bürgermeister und Ulrich Howest kochten bereits, Günter Blankenberg und Håkån Bürgemeister waren auch dabei. Wer 2016 mit im Rampenlicht steht, wollen wir im Vorfeld nicht verraten. Das Geheimnis wird am Abend gelüftet.

Steht der Termin?
Am Freitag, dem 19. August findet das fünfte Krebsfest auf dem Gelände der Museumsanlage statt.

Wie ist die Resonanz?
Rund 200 Karten sind verkauft. Platz haben wir für 230 Gäste.

Da geht also noch was. Wo sind die Karten erhältlich?
In der Museumsanlage Gadebusch oder bei uns im Christinenhof.

Sind echte Schweden beim Fest dabei?
Selbstverständlich. Aus unserer Partnerstadt Åmål dürfen wir eine Reisegruppe mit 45 Gästen in Gadebusch begrüßen.

Kulinarische Angebote kommen besonders gut mit Musik an. Was dürfen wir in diesem Jahr erwarten?
Die „Strandwächter“ spendieren uns plattdeutsche Lieder und Maritimes – ein mecklenburgisches Programm. Natürlich werden die schwedischen Gäste Gesangsstücke präsentieren und die Gadebuscher Münzfeen mit von der Partie sein.

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