Grüne im Landtag von MV : G8-Abitur überfordert Gymnasiasten im Land

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Die Umstellung auf das achtjährige Abitur hat offenbar zu "erheblichen Problemen" geführt und überfordere viele Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Das meinen die Bündnisgrünen.

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13. September 2012, 08:06 Uhr

Schwerin | Die Umstellung auf das achtjährige Abitur hat offenbar zu "erheblichen Problemen" geführt und überfordere viele Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern. Das folgern die Bündnisgrünen im Landtag aus den Antworten des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage. Angesichts der Schwierigkeiten würden zudem zu viele Schüler die Gymnasien vorzeitig verlassen, "obwohl sie das Zeug zum Abitur hätten", so die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Berger. "Das kann und sollte sich unser Land nicht leisten!"

Nach Auskunft des Bildungsministeriums haben sich die Notendurchschnitte in Deutsch und Mathe seit Einführung des so genannten G8-Abiturs verschlechtert. In Mathe erreichten die Schüler in den Pflichtprüfungen im Durchschnitt nur noch eine gute Vier. Das Bildungsministerium erklärte dies schlechte Abschneiden damit, dass generell "die schwächeren Schüler" diese Pflichtprüfungen wählten. Demnach würden sich also die anderen für die anspruchsvollere Prüfung auf Hauptfachniveau entscheiden.

Folgt man dieser Logik zählten 2010 und 2011 jeweils zwei Drittel der Abiturienten zu den "schwächeren Schülern". Die Grünen kritisierten zudem, dass die Zahl derjenigen Schüler, die die elfte Klasse wiederholen, bis auf das Vierfache gestiegen sei. Bis zu zehn Prozent der Schüler haben die elfte Klasse in den vergangenen Jahren zweimal durchlaufen. Angesichts der teilweise besorgniserregenden durchschnittlichen Ergebnisse in Mathe, Englisch und Deutsch verwundere es umso mehr, so Berger, dass der Landesdurchschnitt aller Abschlussnoten nach wie vor bei 2,4 liege. "Rechnet sich die Landesregierung durch Veränderungen der Abiturprüfungsverordnung die Ergebnisse schön?"

Auch die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, kritisierte, dass den Lehrern kaum Zeit bleibe, auf die unterschiedlichen Leistungsniveaus der Schüler einzugehen. "So ist es kein Wunder, dass Mittelmaß entsteht." Nach der Einführung des G8-Abiturs wäre es erforderlich gewesen, die Rahmenpläne in den einzelnen Fächern zu entrümpeln. Schließlich solle das Gymnasium zwar eine vertiefte allgemeine Bildung für den folgenden Bildungsweg vermitteln, aber keine Experten auf einzelnen Fachgebieten produzieren.

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